Wirtschaft : Börsengang im Jahr 2001 - Seifert: Kostenvorteile 150 Millionen Euro

ro/ze

Die Deutsche Börse AG hat ihren für Mai geplanten Börsengang wegen der Fusion mit der Londoner Börse verschoben. Damit folgten die Aktionäre auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Frankfurt einem Antrag von Vorstandschef Werner Seifert. Wenn die Fusionsverhandlungen zur Europabörse iX abgeschlossen sind, soll das neue Unternehmen 2001 an die Börse gehen. Seifert bezifferte vor den Aktionären - Banken, Regionalbörsen und Kursmakler - das Einsparpotential und die Kostenvorteile der Fusion auf 150 Millionen Euro pro Jahr. In den ersten zwei bis drei Jahren stünde dem allerdings ein geschätzter Aufwand für die Integration der beiden Börsen von etwas mehr als 100 Millionen Euro gegenüber.

Nach Ansicht von Seifert, dem künftigen Chef der fusionierten Börse, wird iX einen überdurchschnittlichen Anteil am Wachstum der Börsen auf sich ziehen. Daneben werde sich iX um den Aufbau von elektronischen Börsen etwa für Stahl, Basischemikalien oder Halbleiter kümmern. Seifert räumte aber auch "greifbare" Risiken ein, wie etwa das Scheitern der Fusion während des Integrationsprozesses oder die Abwanderung qualifizierter Mitarbeiter. Diese Risiken seien jedoch begrenzbar, weil ein voll ausgehandelter Fusionsvertrag vorliege, die gegenseitige Prüfung der Unternehmen schon im Vorfeld durchgeführt worden und iX zur Aufnahme anderer Börsen bereit sei. Auf dem nächsten ordentlichen Aktionärstreffen hofft Seifert, von den "nächsten strategischen Großschritten" berichten zu können.

Die Börse Madrid wird spätestens im Jahr 2001 mit iX zusammengehen und unterzeichnete eine entsprechende Absichtserklärung mit Frankfurt und London. Sie gilt als interessanter Partner, weil sie der europäische Angelpunkt für den Handel mit dem Wachstumsmarkt Lateinamerika ist.

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