Wirtschaft : „Börsengang ist keine Gefahr für die Schiene“ Minister Tiefensee will starken Bahn-Regulierer

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Düsseldorf - Eine Privatisierung der Deutschen Bahn einschließlich des Gleisnetzes wird nach Ansicht von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) den Wettbewerb auf derSchiene nicht beeinträchtigen. In jedem Fall werde es für Konkurrenten der Deutschen Bahn „einen zu hundert Prozent diskriminierungsfreien Zugang zum Netz geben“, sagte der Minister dem „Handelsblatt“. Entscheidend sei die Stärke der Bundesnetzagentur, die den Schienenmarkt überwacht. Schon heute sorge die Arbeit der Behörde dafür, dass es sinkende Beschwerdezahlen von Bahnkonkurrenten gebe, zugleich steige die von ihnen beförderte Tonnage. Man müsse aber die Netzagentur weiter stärken, auch personell.

Beim Teilverkauf der Bahn gibt es noch Streit um die Frage, ob die Bahn das Netz behalten darf. Tiefensee plädiert – wie Bahnchef Hartmut Mehdorn – für einen Börsengang mit Netz, Koalitions-Parlamentarier dringen darauf, dass der Bund das Netz an das Unternehmen nur ausleiht. Die Annahme, dass das Netz beim Staat besser aufgehoben sei, nannte der Minister aber einen „Trugschluss“. Dann sei der Staat in der Pflicht, die Qualität des Netzes zu garantieren – bei einem integrierten Börsengang wäre es indes die Bahn. Im September soll es eine Entscheidung darüber geben.

Generell sei die Privatisierung des Staatskonzerns sinnvoll, weil sich damit die Leistungen für die Kunden verbessert hätten. Die Bahn sei zu einem „europäischen Champion“ geworden. „Wenn sich ab 2007 die europäischen Märkte öffnen, habe ich großes Interesse daran, dass die Bahn in Europa Marktanteile erobert. Da bin ich Patriot“, sagte Tiefensee. HB

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