Wirtschaft : Börsengang mit Vollkasko-Schutz

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MÜLLERS PLAN

Die RAG, ehemals Ruhrkohle AG, will an die Börse. Vorstandschef und Ex-Wirtschaftsminister Werner Müller will dabei aber nur die profitablen Konzernteile verkaufen: Energie (Steag), Chemie (Degussa) und die Immobilien – den „weißen Bereich“ . Die Kohleförderung samt Altlasten ( „schwarzer Bereich“ ) soll in eine staatliche Stiftung überführt werden. Diese erhält den auf fünf Milliarden Euro geschätzten Erlös aus dem Börsengang sowie Rückstellungen der RAG. Davon soll sie alle Kosten tragen, die mit der für 2014 bis 2018 geplanten Einstellung der Kohleförderung verbunden sind – Bergarbeiterpensionen und vor allem Bergschäden.

DER STEUERZAHLER BÜRGT

Ein noch unveröffentlichtes Gutachten der Wirtschaftsprüfer von KPMG hält Müllers Plan offenbar für plausibel. Die Gefahr, dass die mit 13,5 Milliarden Euro veranschlagten Kosten höher ausfallen als erwartet, wäre die RAG los. „Stattdessen muss das Risiko aber der Steuerzahler tragen, eventuelle Defizite müssen spätere Generationen bezahlen", sagt Energieexperte Manuel Frondel vom Wirtschaftsinstitut RWI. Größere Sicherheit habe der Staat, wenn der „weiße Bereich“ zerlegt und verkauft würde. Dann seien mehr als acht Milliarden Euro zu erzielen, schätzen Finanzinvestoren. Das soll nun eine neue Studie prüfen. nso

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