Wirtschaft : Börsenneuling Epcos ersetzt Mannesmann im Deutschen Aktienindex

tmh/mot

Mannesmann-Aktien werden nach der Fusion mit Vodafone nicht mehr im Deutschen Aktienindex notiert. Epcos, ein Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und Matsushita aus Japan, soll stattdessen in den Dax aufrücken. Mannesmann könnte die "erste Liga" der börsennotierten Unternehmen bereits in den nächsten Tagen verlassen: Der Börsenvorstand entschied am Dienstagabend, den Konzern zwei Handelstage nach Bekanntgabe der Tausch-Marke von 50 Prozent des Mannesmann-Kapitals aus dem Dax zu nehmen. Sobald der britisch-amerikanische Mobilfunkkonzern Vodafone-Airtouch mehr als die Hälfte der Mannesmann-Aktien besitzt, gilt die Fusion als geglückt; Mannesmann wäre dann kein deutsches Unternehmen mehr. Der neue Konzern ist dann vorrangig an der Londoner Börse notiert.

Die Aktie des in der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannten Börsenneulings Epcos AG, München, die bislang in keinem Index gelistet wird, legte nach Bekanntwerden ihres Aufstiegs von 123 auf knapp 140Euro zu. Ursprünglich hatte Epcos-Finanzvorstand Bodo Lüttge nur damit geliebäugelt, dass der ehemalige Siemens-Bereich Passive Bauelemente und Röhren in den M-Dax aufgenommen wird, den Index für die wichtigsten Nebenwerte. "Die Entwicklung ist erstaunlich," kommentierte ein Epcos-Sprecher die jetzige Aufwertung. Erst Mitte Oktober 1999 hatte das Unternehmen in Deutschland und den USA das Parkett betreten. Seitdem hat sich der Börsenwert auf rund 20 Milliarden Mark verfünffacht. Das Jungunternehmen ist die erste der früheren Siemens-Chipsparten, die der Elektrokonzern derzeit an die Börse bringt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1998/99 (zum 30. September) erzielte Epcos einen Umsatz von 2,2 Milliarden Mark und einen Nachsteuergewinn von knapp 150 Millionen Mark.

Im Dax soll es mit Epcos vorerst nur eine Änderung geben; im Falle der geplanten Fusion zwischen den beiden Dax-Unternehmen Veba und Viag werde zunächst keine Anpassung vorgenommen, teilte die Deutsche Börse AG mit. Sie gab am Mittwoch ferner die Neuordnung der Aktienindizes M-Dax, S-Dax und Nemax-50 bekannt. Mit Wirkung vom 20. März sollen den Angaben zufolge die Baader Wertpapierhandelsbank, die Hoechst-Abspaltung Celanese sowie die GfK und VCL Film + Medien in den M-Dax aufgenommen werden. Herausgenommen werden dagegen Axa Colonia, Brau + Brunnen, DBV Winterthur sowie Varta. In den S-Dax sollen, ebenfalls zum 20. März, die Werte Brau + Brunnen, Gildemeister, OAR Consulting, Stada Arzneimittel sowie Wedeco aufgenommen werden. Nicht mehr vertreten werden laut Deutscher Börse die Baader Wertpapierhandelsbank, Bijou Brigitte, Hans Einhell, Koehler+Krenzer Fashion AG sowie VCL Film+Medien sein.

Der Börsenvorstand überprüfte außerdem zum ersten Mal die Zusammensetzung des Nemax-50. Die zehn Aufsteiger ersetzen Artnet.com, Basler, Bintec Communications, Brain International, Cinemedia Film, Endemann Internet, i:FAO, Jumptec, NSE Software und Realtech.

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