Wirtschaft : Börsenrückzug verletzt kein Eigentumsrecht

Karlsruhe - Aktionäre müssen es hinnehmen, wenn ein Unternehmen sich von der regulierten Börse zurückzieht oder auf andere Handelsplätze ausweicht. Das Bundesverfassungsgericht wies am Mittwoch zwei Beschwerden zurück, die sich mit den Folgen des sogenannten Delisting beschäftigten. Die obersten Richter stellten klar: Der Abschied von der Börse verletzt nicht das Eigentumsgrundrecht von Aktionären. Beim Delisting, dem Börsenrückzug, kann eine Aktie nicht mehr oder nur noch eingeschränkt auf einem anderen Handelsplatz im Freiverkehr gehandelt werden. In diesem Fall muss eine Aktiengesellschaft den Minderheitsaktionären ein gerichtlich überprüfbares „Pflichtangebot“ zur Übernahme oder zu einer Ausgleichszahlung machen. Geklagt hatte eine Minderheitsaktionärin eines Unternehmens, die eine Barabfindung für ihre Aktien durchsetzen wollte, nachdem das Unternehmen in den Freiverkehr gewechselt war. Die Aktionärin hatte argumentiert, dass ihr Eigentum durch den Wechsel beeinträchtigt worden sei. dpa

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