Börsenspiel : Unter längerer Beobachtung

Das Team FS92 ist Wochensieger im Planspiel Börse. Die angehenden Systeminformatiker machen sich Hoffnung auf den Gesamtsieg

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Drei vom Team FS92: Adrian Wagner (18, ganz links), Anja Kunze (20) und Florian Wright (20). Foto: Kai-Uwe Heinrich

Berlin - Gute Informationen zahlen sich am Ende mehr aus als hochriskante Aktionen. Das ist die Strategie des Berliner Siegerteams der Woche beim Planspiel Börse der Sparkassen. Zum FS92-Team gehören Frederic Adam, Sebastian Jehningen, Anja Kunze, Adrian Wagner und Florian Wright. Sie alle machen eine Ausbildung zum Systeminformatiker bei der Deutschen Rentenversicherung. Zum Börsenspiel sind sie über ihre Berufsschule gekommen. Ihre Klasse heißt FS92. Am Freitag stand ihr virtuelles Depot bei 53 231 Euro. Das ist ein Zuwachs von sechseinhalb Prozent seit Spielbeginn am 5. Oktober. Als Startkapital hatte jedes Team 50 000 Euro.

Am Anfang haben sie sich Bücher über die Börse ausgeliehen. Erst lief es nicht so gut, „aber dann hatten wir den Dreh auf einmal raus“, sagt Teamleiter Florian Wright. Die wichtigste Erkenntnis: „Zahlen alleine sagen nichts aus“. Die Aktien der Postbank hatten sie gekauft, weil sie monatelang im Aufwärtstrend lagen. Dann warf die Stiftung Warentest dem Institut vor, Kundendaten missbraucht zu haben. Prompt knickte der Kurs ein.

Besser ist es bei Apple gelaufen. In der Zeitung haben sie gelesen, dass der Konzern Quartalszahlen vorlegen sollte und dass die voraussichtlich gut ausfallen würden. Ähnliche Ereignisse in der Vergangenheit hatten den Kurs immer beflügelt. Also haben sie sich rechtzeitig mit Aktien eingedeckt. „Das war ein guter Griff. Die sind stark gestiegen“, sagt Wright.

Seit sie in den Top Ten sind, hofft das FS92-Team darauf, das ganze Spiel zu gewinnen. Der letzte Tag ist der 15. Dezember. In Berlin ringen 556 Teams um den Sieg. Europaweit nehmen 45 438 Gruppen teil. „Es läuft gut und wir beschäftigen uns jetzt noch mehr mit der Börse“, sagt Wright. Sie lesen Zeitung, sehen Nachrichten und informieren sich im Internet. Per Messenger weisen sich die Teammitglieder auf interessante Kursbewegungen hin. Schnell hat sich herausgestellt, dass dabei jeder einen anderen Fokus hat. Einer beobachtet die Energiebranche, ein anderer Technologieunternehmen. Anja Kunze, die einzige Frau im Team, sei für die Übersicht zuständig, berichtet Wright. Und für die Vorsicht. „Wenn einer von uns ganz euphorisch ist, fragt sie immer: Hast du die Kurse auch über einen längeren Zeitraum beobachtet?“ mirs

In Berlin kämpfen 556 Teams

um den Sieg

im Börsenspiel der Sparkasse

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