Wirtschaft : Börsianer sehen noch kein Ende der Verkaufswelle

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Frankfurt/Berlin (nw/HB/os). Die Pessimisten haben weiterhin die Oberhand an den Aktienmärkten. Nach heftigen Kursverlusten in der vergangenen Woche ist zwar von einem „Ausverkauf“ die Rede, doch mehr als eine technische Kurskorrektur nach oben erwarten Händler und Analysten nicht. Die Unsicherheit über die Gewinne der Unternehmen hält an, das Risiko manipulierter Bilanzen wird nach wie vor hoch eingeschätzt, neue Konjunkturdaten sind rar. Zudem hält die Angst vor Terror die Börsianer weiter in Atem.

Aus der Sicht der Charttechniker - das sind Börsenexperten, die ihre Erkenntnisse aus den Kursen selbst sowie technischen Indikatoren ableiten - bilden die Weltbörsen derzeit ein markantes Tief aus. Die Chartisten hatten bereits vor mehreren Wochen - auch an dieser Stelle - einen Fall des Dax auf 4250 Punkte vorhergesagt. Sie halten es für möglich, dass es nach der Ausbildung des markanten Tiefs zu einer Rallye an den Weltbörsen kommen kann, die den Dax zwischen 300 und 1000 Punkte steigen lassen könnte. Es würde sich dabei allerdings um eine Bärenmarkt-Rallye handeln, die spätestens an der mittelfristigen Abwärtstrendlinie bei etwa 5220 Punkten zum Stehen käme. Anschließend würden die Kurse wieder fallen. Das jetzt angekündigte markante Tief, das anschließend schnell steigende Kurse verspricht, könnte nach Ansicht der Charttechniker möglicherweise bereits in dieser Woche erreicht werden. Nicht täuschen lassen sollten sich die Anleger aber von einer kleinen an diesem Montag zu erwartenden technischen Zwischenerholung. Erst anschließend sollte das markante Tief ausgebildet werden.

Von der Konjunkturseite sind keine großen Impulse zu erwarten. „Die anstehenden Konjunkturdaten sind nicht bedeutend genug, um über eine Umkehr der Katastrophenstimmung eine nachhaltige Trendwende einzuleiten“, urteilt Vontobel Asset Management. Zu den wichtigsten Daten zählen am Dienstag die US-Verbraucherpreise für Mai. Erwartet wird ein Rückgang gegenüber dem Vormonat. Beim Konjunkturbarometer des Conference Board wird dagegen ein besseres Ergebnis erwartet.

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