Wirtschaft : Bombardier bleibt auf dem Abstellgleis Behörde stoppt Züge Bahn plant für den Winter

Berlin - Die Deutsche Bahn wartet weiterhin auf die Lieferung neuer Regionalzüge von Bombardier. Eigentlich sollten bis Ende September 60 Regionalzüge vom Typ Talent-2 zugelassen sein. Zwar habe man alle nötigen Unterlagen beim zuständigen Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eingereicht, grünes Licht gebe es aber noch nicht, sagte ein Bombardier-Sprecher am Mittwoch. Das Unternehmen rechne aber in Kürze damit.

178 Talent-2-Züge sollten längst an die Bahn ausgeliefert sein. Das EBA hatte sie aber nur mit Einschränkung zulassen wollen – statt wie bestellt 160 Stundenkilometer dürfen die Züge nur 140 fahren. Die Bahn weigert sich daher, die Fahrzeuge abzunehmen und zu bezahlen – mehr als 100 stehen derzeit in der Hauptstadtregion auf Abstellgleisen herum. Bei einem Treffen mit den Herstellern vor drei Wochen hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) raschere Fortschritte von Bombardier verlangt. An diesem Donnerstag will die Industrie erneut die Lage beraten.

Die Zuverlässigkeit der Bahn im Herbst und Winter hängt stark davon ab, ob sie genügend Züge zur Verfügung hat. Neben Bombardier hat auch Siemens Lieferprobleme, 16 bestellte ICE-3-Exemplare verspäten sich ebenfalls. Als „angespannt“ stufte das Unternehmen nun die Lage ein. Allein im Fernverkehr fehlten täglich bis zu 18 ICEs. Gleichwohl bereite man sich intensiv auf die kommenden Monate vor, erklärte die Bahn. Man habe 70 Millionen Euro zusätzlich ausgegeben, um auch bei extremer Wetterlage fahren zu können. „Wir wollen unseren Kunden auch bei starken Wintereinbrüchen einen zuverlässigen und planbaren Zugverkehr bieten“, sagte Personenverkehrs-Vorstand Ulrich Homburg. Zudem sollten Kunden bei Störungen besser informiert werden.

Es gebe in den Werkstätten nun zusätzliche Zelte und Reinigungsanlagen, die mit Abtauanlagen ausgerüstet sind, hieß es weiter. Außerdem seien nun die Weichen auf allen Strecken mit fahrplanmäßigem Personenverkehr mit Heizungen ausgerüstet. Auch setze man mehr Personal zum Schneeräumen ein – insgesamt 6000 Kräfte in zwei Schichten stünden bereit. Alle Verträge mit externen Firmen über das Schneeräumen auf Bahnsteigen habe man neu verhandelt. brö

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