Wirtschaft : Bombardier darf weiter schweißen

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Die 2500 Lokomotivbauer im Bombardier-Werk Hennigsdorf bei Berlin konnten tief durchatmen, nachdem die Bundesregierung jüngst im Eilverfahren eine neue Richtlinie für die Vergabe von Nahverkehrs-Aufträgen verabschiedet hatte – sie könnte dem Werk neue Aufträge bescheren. Die Verhandlung zwischen Management und Betriebsrat zum Abbau weiterer Jobs war schon terminiert, wurde aber abgeblasen. Bombardier-Chef Peter Witt ist zwar vorsichtig, „weil die Aufträge erst einmal bei uns ankommen müssen“, doch der Druck, weiter Kapazitäten abbauen zu müssen, ist fürs Erste raus. Dabei ist es kaum ein Jahr her, dass Bombardier ein komplettes Werk stilllegen wollte. Erst die Intervention von Kanzler Schröder stoppte den Plan, die Fabrikhalle-Ammendorf mit 900 Arbeitsplätzen zu schließen. Jetzt bekommt ein Teil der Waggonbauer immerhin die Chance, im künftigen Reparatur- und Servicezentrum Ammendorf weiterzuarbeiten. Das Problem für Bombardier: Durch den Kauf des Konkurrenten Adtranz von Daimler-Chrysler gehören nun Ammendorf wie Hennigsdorf zum Konzern – und produzieren fast die identische Produktpalette. Dieses Problem kennen auch die anderen elf deutschen Bombardier-Werke. So werden Waggon-Drehgestelle in Siegen wie in Vetschau hergestellt. Aber nicht mehr lange: Die Produktion wird in Siegen konzentriert, Vetschau mit 110 Stellen läuft aus. Noch steht Hennigsdorf. Trotzdem sehen dort Management wie Betriebsrat keinen Grund zur Entwarnung. Schon in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Jobs stetig gesunken, der Trend hält an. Grund ist der harte Preiswettbewerb bei Loks und Waggons. Das Zusammenschweißen und -nieten von Fahrzeugen können Vorlieferanten oft viel billiger, vor allem wenn sie aus Osteuropa kommen. fo

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