Wirtschaft : Bombardier streicht 535 Stellen in Hennigsdorf

Sanierungsplan sichert Standort bis Ende 2009

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Berlin Das Bombardier-Werk im brandenburgischen Hennigsdorf ist mittelfristig gesichert. Der Konzern hat sich mit der IG Metall und dem Betriebsrat auf harte Einschnitte für die Belegschaft geeinigt, die den Beschäftigten am Montag auf einer Betriebsversammlung mitgeteilt wurden. Unter anderem fallen 535 der derzeit rund 1850 Stellen weg. Dafür gibt der Konzern eine Standort- und Beschäftigungszusage bis Ende 2009. Bis zu dem Zeitpunkt soll es keine weiteren betriebsbedingten Kündigungen geben. Ab 2007 ist die Einhaltung allerdings davon abhängig, dass bestimmte Mindestauslastungen erreicht werden.

Bombardier Transportation, Tochter des kanadischen Technologiekonzerns Bombardier, ist der größte Bahntechnikproduzent in Deutschland und hat mit erheblichen Überkapazitäten zu kämpfen. Verschärft hat sich die Lage, weil die Bestellungen aus dem Inland – insbesondere durch die Deutsche Bahn – zurückgehen. Im vergangenen März und November hatte Bombardier jeweils erhebliche Einschnitte angekündigt. Über die Zukunft des Werks in Hennigsdorf war zwei Monate verhandelt worden.

Für die Beschäftigten, die das Unternehmen nun verlassen müssen, wurde ein Sozialplan ausgehandelt. Es gibt Abfindungen und die Möglichkeit, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Für die übrige Belegschaft wurde die sofortige Verringerung der Wochenarbeitszeit um zwei auf 36 Stunden vereinbart – bei entsprechender Lohnkürzung um fünf Prozent. Zum 1. Januar 2006 werden die Gehälter durch unterschiedliche Maßnahmen um weitere fünf Prozent gedrückt. Nicht durchsetzen konnte sich Bombardier mit der Forderung nach einer 40-Stunden-Woche, Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld und einem Verzicht auf Urlaubstage.

Der Betriebsratsvorsitzende Michael Wobst sagte, „vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Schienenfahrzeugmarkts“ sei keine Alternative zu der Vereinbarung zu sehen. Es sei nun darum gegangen, dem Unternehmen die Schließung des Standorts in den nächsten Jahren so schwer wie möglich zu machen. hop

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