Wirtschaft : Bombardier streicht 535 Stellen

Der kanadische Bahntechnikhersteller Bombardier streicht in seinem Brandenburger Werk in Hennigsdorf 535 der 1850 Stellen. Den Betroffenen sollen Abfindungen oder die Übernahme in eine Transfergesellschaft angeboten werden.

Hennigsdorf (07.03.2005, 18:06 Uhr) - Dies teilte die Gewerkschaft IG Metall das Verhandlungsergebnis mit dem Unternehmen am Montag mit. Bombardier reagiert mit der Streichung auf einen erneuten Auslastungseinbruch um fast 40 Prozent. Zusätzlich sinken die Gehälter zum 1. Januar 2006 um durchschnittlich fünf Prozent.

Nach dem Abbau soll es bis 2009 keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Dies sicherte das Unternehmen nach Angaben des Betriebsrats bis 2007 fest zu. Danach sei die jährliche Verlängerung der Standortsicherung bis maximal 2009 an das Erreichen einer Mindestauslastung zwischen 70 und 80 Prozent gebunden. In der Betriebsvereinbarung sichert Bombardier dem Hennigsdorfer Werk den Ausbau der Endmontage einstöckiger Züge und die Aufarbeitung von Schienenfahrzeugen zu.

Nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers sind die geforderten Mindestauslastungen bisher größtenteils nicht durch feste Aufträge untersetzt. So seien weitere gewaltige Anstrengungen notwendig, um dem Standort eine langfristige Perspektive zu geben. Doch die deutliche Senkung der Produktionskosten sei Voraussetzungen für diese Vereinbarung gewesen. Streichungen von Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie die Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden seien verhindert worden, hieß es.

Der Betriebsrat nannte den bisher tiefsten Einschnitt eine mittlere Katastrophe für Hennigsdorf und die Region. «Die weitere Einsparung bedroht nicht nur die Existenz der Familien unserer Kollegen sondern auch Arbeitsplätze bei Zulieferern in der Region», sagte der Betriebsratsvorsitzende Michael Wobst. Die Zukunft stehe und falle mit Aufträgen und Zusagen der Deutschen Bahn.

«Wir wollen mit dieser Vereinbarung den Supergau - eine Schließung des Standortes - dem Unternehmen so schwer wie möglich machen», sagte Wobst. Das Werk sei der größte Arbeitgeber der Region westlich von Berlin. Bombardier hatte bereits 2003 die Kapazitäten um ein Drittel reduziert. Das Bombardier-Bahntechnikwerk Halle-Ammendorf in Sachsen- Anhalt war im Juni 2004 geschlossen worden. (tso) ()

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