Bonitätswächter : US-Börsenaufsicht hält Ratingagenturen für Versager

Ratingagenturen nehmen Finanzprodukte, deren Anbieter, Unternehmen und Staaten unter Lupe. Nicht immer ziehen sie daraus die richtigen Schlüsse - wie ein Bericht der staatlichen US-Börsenkontrolle belegt.

Licht und Schatten. Ratingagenturen wie S&P liegen mit ihren Bewertungen nicht immer richtig.
Licht und Schatten. Ratingagenturen wie S&P liegen mit ihren Bewertungen nicht immer richtig.Foto: Reuters

Die wichtigen Ratingagenturen versagen nach Einschätzung der US-Börsenaufsicht SEC in Kernfragen ihres Geschäfts. Den Bonitätswächtern gelinge es teilweise nicht, den methodischen Vorgaben zu folgen oder Interessenkonflikte zu vermeiden.

In ihrem ersten jährlichen Untersuchungsbericht über die untersuchten zehn größten Agenturen wirft die SEC den Ratingagenturen auch vor, bei Veröffentlichungen nicht zeitgerecht und präzise zu arbeiten. In dem Bericht werden unter anderem die beiden führenden Agenturen Standard & Poor's (S&P) und Moody's genannt. Allerdings werden die Vorwürfe nicht einzelnen Agenturen zugeordnet.

"Wir erwarten, dass sich die Agenturen der Kritik zügig und effektiv annehmen", fordert die SEC. Der Jahresbericht wird in der sogenannten Dodd-Frank-Reform vorgeschrieben, die die Wall Street als Lehre aus der Finanzkrise sicherer machen soll.

Bewertungen von Ratingagenturen sollen helfen, das Risiko einer Investition einzuschätzen. In der Finanzkrise stellte sich jedoch heraus, dass Agenturen wie Moody's, S&P oder Fitch hochriskante Finanzprodukte zu positiv bewertet hatten.

Die US-Börsenaufsicht hatte kürzlich die Arbeit von S&P untersucht und bemängelt, dass die Agentur im Jahr 2007 ein Hypothekenpapier mit der Topnote bewertet hatte, das sich bald darauf als komplette Fehlinvestition erwies. S&P droht deswegen eine Strafzahlung. (rtr)

Den Report gibt es bei der SEC zum Download im PDF-Format

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