Boom-Branche : Maschinenbauer haben mehr Aufträge denn je

Deutschlands Vorzeigebranche, der Maschinenbau, kann den größten Zuwachs bei den Auftragseingängen seit dreißig Jahren verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es ein Plus von fast fünfzig Prozent.

Frankfurt/Main - Im März gingen 47 Prozent mehr Bestellungen ein als im gleichen Monat 2006. Aus dem Inland kamen 36 Prozent mehr Aufträge, die Auslandsnachfrage stieg um 54 Prozent. "Eine ungebrochene Investitionslaune im Inland sowie ein bemerkenswert hohes Maß an Großanlagengeschäft im Ausland haben dem Maschinenbau im März die höchsten Zuwächse seit Mitte der 70er Jahre beschert", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Im ersten Quartal lagen die Bestellungen insgesamt um 29 Prozent über den ersten drei Monaten 2006. Der Zuwachs verteilt sich fast gleichmäßig auf das Inland und das Ausland. Von 27 Sparten waren 22 im Plus. "Der Aufschwung gewinnt an Breite", sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Für das Gesamtjahr erwartet der Verband bislang ein Produktionsplus von vier Prozent. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau erlebt derzeit die längste Wachstumsphase seit mehr als 30 Jahren und steuert in diesem Jahr das vierte Rekordjahr in Folge an. Die Wachstumsprognose sei "nicht in Stein gemeißelt", hatte VDMA-Präsident Dieter Brucklacher kürzlich gesagt. 2006 hatte die Branche ein Plus von 7,4 Prozent verzeichnet.

Lieferengpässe könnten durch Warnstreiks verschärft werden

Der hohe Auftragsbestand sorgt nach Angaben von VDMA-Konjunkturexperte Wortmann bereits für Lieferengpässe. Von einer Bestellung bis zur Auslieferung vergingen derzeit im Durchschnitt 5,9 Monate. Dabei reichten die Lieferzeiten von wenigen Wochen bei Komponenten bis zu 14 Monate für ein Walzwerk. Die Kapazitätsauslastung lag im März bei 93,2 Prozent. Deshalb würden Produktionsunterbrechungen durch Warnstreiks wie im laufenden Metall-Tarifkonflikt die Unternehmen empfindlich treffen, sagte Wortmann. Ein weiteres Problem für die etwa 6000 Unternehmen sei der starke Euro. "Jedes Unternehmen in der Euro-Zone hat starken Gegenwind, wenn es Wettbewerber im Dollar- oder Yen-Raum hat", sagte der Experte. (tso/dpa)

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