Bosch-Siemens : Dillinger Mitarbeiter legen vorübergehend Arbeit nieder

Rund 600 der etwa 900 Beschäftigten der Bosch- und Siemens-Hausgerätewerke in Dillingen haben am Dienstagvormittag eine halbe Stunde lang vorübergehend die Arbeit niedergelegt.

Dillingen - Sie wollten damit Solidarität mit ihren Berliner Kollegen zeigen, deren Jobs gefährdet sind. "Die Bänder stehen still und es kommen immer noch mehr Kollegen aus der Fertigung ans Werkstor", sagte der Betriebsratsvorsitzende des Dillinger Werkes, Franz Veh, kurz nach Beginn der Protestkundgebung. In dem nordschwäbischen Werk der Bosch Siemens Hausgeräte GmbH (BSH) werden täglich 10.000 Geschirrspüler produziert. "Heute werden es rund 300 bis 500 weniger sein", sagte der Betriebsratsvorsitzende und ergänzte: "Das werden die Herrschaften im zweiten Stock sehr wohl registrieren".

Veh kritisierte, dass bei einem Konzerngewinn von 500 Millionen Euro vor Steuern im vergangenen Jahr und einer deutlichen Umsatzsteigerung eine Werksverlegung an einen Billigstandort nicht vertretbar sei. Man werde das nicht einfach hinnehmen. Das Werk in Berlin-Spandau, das ins brandenburgische Nauen verlagert werden soll, weil dieser Standort nicht tarifgebunden ist, wird seit dem 25. September bestreikt. 620 Arbeitsplätze sind nach Betriebsratsangaben dort gefährdet.

Betriebsratschef Veh und auch der Augsburger IG-Metall-Bevollmächtigte Jürgen Kerner erinnerten die Konzernverantwortlichen daran, dass das Beispiel der Umsatzrückgänge bei AEG-Elektrolux in Nürnberg gezeigt habe, "dass die Kunden eine solche Firmenpolitik nicht hinnehmen". 45 BSH-Mitarbeiter aus Berlin nahmen an der Solidaritätskundgebung in Dillingen teil. (tso/ddp)

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