Wirtschaft : Bosch stockt im Inland auf

2200 neue Stellen / Umsatz soll auf 46 Mrd.DM steigen

STUTTGART (dpa/rtr). Erstmals seit Jahren hat der Stuttgarter Bosch-Konzern 1997 sein Personal im Inland wieder aufgestockt.Die Zahl der Beschäftigten werde zum Jahresende in Deutschland um 2200 auf rund 92 000 Mitarbeiter steigen, sagte der Geschäftsführungsvorsitzende der Robert Bosch GmbH, Hermann Scholl, am Montag abend bei einer Diskussionsveranstaltung der Tageszeitung "Stuttgarter NachrichtenÒ. "Wir sehen darin einen sehr ermutigenden TrendÒ, so Scholl.Er hoffe, daß sich dieser auch im kommenden Jahr fortsetzen werde, sofern die Konjunktur mithelfe.Weltweit beschäftigte der drittgrößte Automobilzulieferer zu Jahresbeginn 176 500 Mitarbeiter, was einen Zuwachs von 20 000 Stellen bedeutet.Der Stellenzuwachs war aber durch zugekaufte Unternehmen entstanden.Ursprünglich hatte der Bosch-Konzern für 1997 einen Zuwachs der Beschäftigten auf weltweit 180 000 Mitarbeiter vor allem durch Neueinstellungen im Ausland erwartet. In Deutschland entwickelte Produkte seien auf dem Weltmarkt geschätzt, sagte Firmenchef Scholl weiter.Von den 14 000 Menschen, die der Elektronikkonzern weltweit in der Forschung und Entwicklung beschäftige, arbeiteten etwa 10 000 in Deutschland.Der Automobilzulieferer müsse jedoch seinen Kunden auf die internationalen Märkte folgen, so Scholl.Von den 53 Mill.Kraftfahrzeugen, die 1997 hergestellt werden, entfielen nur fünf Mill.auf Deutschland und 15 Mill.auf Europa. Scholl kritisierte die Bundesregierung, die nach seiner Ansicht verglichen mit einem Unternehmen immer unwirtschaftlicher arbeite."Meine Auffassung ist, daß das Grundprobleme darin liegt, daß die heutige Regierung das Wirtschaften nicht mehr kann.Ò Scholl nannte als Beispiel das Verschwenden von Geld und Kraftstoff in Verkehrsstaus, obwohl bereits Stauwarnsysteme auf dem Markt seien. Nach früheren Angaben soll der Umsatz des Elektronikkonzerns weltweit bis zum Jahresende gegenüber dem Vorjahr um zwölf Prozent auf 46 Mrd.DM steigen.

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