Wirtschaft : Boss testet Produktion in China

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Metzingen Der schwäbische Modehersteller Boss bereitet den Aufbau einer eigenen Produktion in China vor. „Wir testen derzeit, in China auch Anzüge zu produzieren“, sagte Boss-Vorstandschef Bruno Sälzer dem Handelsblatt. Später könnte es sein, dass Boss eine komplette Fabrik in China betreibt. Sälzer rechnet damit, dass sich chinesische Bekleidungshersteller weltweit als gleichwertige Anbieter durchsetzen werden.

Auch 2005 will die Hugo Boss AG ihren Wachstumskurs fortsetzen. Mit einem angepeilten Plus von sieben bis neun Prozent bei Umsatz und Betriebsergebnis dürfte Deutschlands größter Modehersteller jedoch an die Steigerungsraten des Vorjahres nicht mehr anschließen. 2004 waren Umsatz und Ebit um je 13 Prozent gewachsen, wie Sälzer bei der Vorlage der Bilanz bestätigte.

2004 sei für Boss ein erfolgreiches Jahr gewesen, sagte Sälzer, wobei er auf das schwache Marktumfeld verwies. Im Weltmarkt seien die Umsätze nur um zwei Prozent gestiegen, in Deutschland sogar um zwei Prozent gesunken. Von diesem Trend hat sich Boss abgekoppelt.Selbst in Deutschland verkaufte der Modehersteller zwölf Prozent mehr als im Vorjahr.Erstmals seit dem Start vor fünf Jahren trug die Damenmodesparte Boss Woman positiv zum Konzernergebnis bei. Nach einem Vorjahresverlust von drei Millionen Euro blieben 2004 beim Ergebnis nach Steuern 0,2 Millionen Euro übrig. „Boss Woman wird 2005 den Ertrag noch einmal steigern“, sagte Finanzvorstand Jörg-Viggo Müller. Der Umsatz der Damenmode, die zuletzt gerade einmal sechs Prozent des Konzernumsatzes von 1,17 Milliarden Euro ausmachte, soll im laufenden Jahr um 30 Prozent zulegen.

Als erfolgreiche Innovation bezeichnete Sälzer die Premium-Kollektion „Boss Selection“, die preislich rund 40 Prozent über den üblichen Boss-Anzügen liegt. 2005 werde man damit mehr umsetzen als mit der hochpreisigen und – gemessen am Kollektionsumfang – viermal so großen Marke Baldessarini. cs (HB)

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