Wirtschaft : BP-Chef gibt Management der Ölpest ab

London - Der in der Kritik stehende BP-Chef Tony Hayward gibt die Leitung im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko ab. Das berichtete der Sender Sky TV unter Berufung auf den BP-Aufsichtsratsvorsitzenden Carl-Henric Svanberg. Hayward hatte Anfang der Woche auf Druck von Präsident Barack Obama der Einrichtung eines 20 Milliarden Dollar (16 Milliarden Euro) schweren Fonds zugestimmt, mit dessen Hilfe die Folgen der Ölpest beseitigt werden sollen.

Haywards Aufgabe soll nach Angaben von Svanberg nun BP-Manager Robert Dudley übernehmen. Hayward sei „direkt nach der Explosion dorthin gefahren und hat unsere Reaktion seither angeführt“, sagte Svanberg im Interview. „Ich denke, jeder hat geglaubt, dass wir damit schneller fertig werden könnten und er dann wiederkommen könne“. Hayward werde das tägliche Management der Ölpest an Dudley übergeben und „mehr zu Hause sein“, sagte Svanberg.

Seit acht Wochen steht BP-Chef Tony Hayward in der Kritik, am Donnerstag musste er sich einem Kreuzverhör stellen: Zum ersten Mal seit Beginn der Ölpest trat Hayward vor einem Kongressausschuss auf. Dort entschuldigte er sich für die Katastrophe, „die niemals hätte geschehen dürfen“, er nannte den Unfall „schrecklich“ und versprach, die Sache „in Ordnung zu bringen“. Hayward gab auch zu, dass die Sicherheitstechnik bei Tiefseebohrungen „deutlich“ verbessert werden müssten. BP werde tun, „was wir können, um sicherzustellen, dass das nicht noch einmal passiert“.

Mitglieder des Energie-Ausschusses warfen Hayward in scharfen Worten vor, immer wieder Berichte über Sicherheitsprobleme auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ ignoriert zu haben. Profite seien für das Unternehmen wichtiger gewesen. Außerdem habe BP falsche Angaben über das Ausmaß des Ölaustritts gemacht. Um Geld zu sparen und schneller Gewinne einfahren zu können, habe sich BP wiederholt für billigere und damit riskante Technologien entschieden. HB

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