Wirtschaft : Branche im Fusionsfieber - jeder spricht mit fast jedem - nicht immer erfolgreich

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Noch ist der gut 300 Milliarden Dollar große weltweite Pharmamarkt im Vergleich zu anderen Branchen relativ zersplittert. Selbst die großen Konzerne haben einen Marktanteil von weniger als sechs Prozent. Allein in Deutschland gibt es nach Angaben des Bundesverbandes der deutschen Pharmaindustrie gut 400 Arzneimittelhersteller, die zehn größten halten gemeinsam lediglich einen Marktanteil von 17 Prozent. Viel Raum für Zusammenschlüsse also.

Vor allem aber die deutlich steigenden Ausgaben für Forschung zwingen die Unternehmen zum Schulterschluss. Für die Entwicklung eines erfolgreichen Medikaments veranschlagen die Unternehmen mittlerweile Kosten von bis zu 600 Millionen Dollar. Dies ist aber nötig, denn Geld verdient nur, wer regelmäßig neue Medikamente auf den Markt bringt.

Das Fusionsfieber grassiert deshalb in der Pharmabranche, doch nicht alle Versuche enden erfolgreich. Zu den größten Firmenzusammenschlüssen der jüngsten Zeit zählen die Übernahme der britischen Wellcome durch Glaxo (1995) sowie des US-Konzerns Marion Merrell Dow durch Hoechst, die Fusion der Schweizer Konzerne Sandoz und Ciba-Geigy zu Novartis (1996), die Übernahme von Boehringer Mannheim durch Roche (1997), die Fusion des schwedischen Pharmakonzerns Astra mit dem britischen Konkurrenten Zeneca (1998) sowie die Fusion von Hoechst und Rhône-Poulenc zu Aventis (1999). Grundsätzlich beschlossen, aber noch nicht besiegelt, ist der Zusammenschluss von American Home Products (AHP) und Warner Lambert zum - umsatzmäßig - größten Pharmakonzern der Welt. Aber auch der Konkurrent Pfizer ist an Warner Lambert interessiert. Lang ist allerdings zugleich die Liste der gescheiterten Fusionsgespräche. So verhandelten Monsanto und AHP 1998 - ohne Erfolg. Und Konkurrent Smith Kline Beecham scheiterte in einem Jahr gleich mehrfach. Gespräche mit Monsanto, mit AHP und mit Glaxo wurden abgebrochen.

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