Wirtschaft : Branche kämpft mit Umsatzrückgang - Einbruch beim Export

Die deutsche Ernährungsindustrie beklagt Umsatzrückgänge, Preiskrieg und einen zu harten Wettbewerb. Das vergangene Jahr sei eines der schwierigsten Jahre für die Branche gewesen, sagte die Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie, Sabine Eichner Lisboa, am Dienstag vor Journalisten in Köln.

In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres seien die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr nominal um 3,1 Prozent eingebrochen. Nie zuvor sei das Marktgeschehen von einem so intensiven Wettbewerb und dramatischen Preisverfall geprägt gewesen, betonte sie. Eichner Lisboa zufolge fahren derzeit im Einzelhandel die zehn größten Anbieter mehr als 84 Prozent des Umsatzes der Branche ein. Dies wiederum habe im vergangenen Jahr zum bislang niedrigsten Preisniveau geführt. Das Angebot indes sei vielfältiger und hochwertiger als je zuvor. Die Geschäftsführerin der Bundesvereinigung beklagte, dass sich die Schere zwischen der Entwicklung der Gesamtpreise und der Lebensmittelpreise weiter geöffnet habe. Der Preisindex für die Lebenshaltung stieg so im vergangenen Jahr um 0,6 Prozent, das Preisniveau für Lebensmittel sank hingegen um 1,3 Prozent.

Hauptgrund für die Umsatzrückgänge seien Einbrüche im Exportgeschäft, klagt die Bundesvereinigung. Maßgeblich hätten die Wirtschaftskrisen in Russland und Asien zu einem Exporteinbruch von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr geführt. Eichner Lisboa fügte hinzu, dass im vergangenen Jahr rund 9,2 Milliarden Mark in Anlagen zur Lebensmittelherstellung investiert worden seien.

Vom kommenden Dienstag an trifft sich für fünf Tage (11. bis 15. April) die Ernährungsbranche in Köln zur Fachmesse Anuga FoodTec zusammen. Die Messe umfasst alle Aspekte der Herstellung und Verarbeitung sowie der Lagerung und Logistik von Lebensmitteln. 1074 Unternehmen aus 40 Ländern stellen sich vor. Etwa die Hälfte der Aussteller kommt aus dem Ausland. Die Messe in der Domstad ist (im Gegensatz zur Berliner Grünen Woche) ausschließlich für Fachbesucher geöffnet.

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