Wirtschaft : Branche klagt noch immer über Personalmangel - Green Card gefordert

rhi

Dem Gastgewerbe geht es wieder besser. Der nominale Umsatz von Hotels und Restaurants ist in der Wintersaison 1999/2000 verglichen mit dem Vorjahr insgesamt leicht um 0,3 Prozent gestiegen. "Die Branche hinkt noch immer hinter dem allgemeinen Konjunkturaufschwung hinterher", sagte Erich Kaub, Präsident des deutschen Hotel und Gaststättenverbandes (Dehoga), der die jüngste Konjunkturumfrage am Donnerstag in Berlin vorstellte. Allerdings habe sich nur die wirtschaftliche Situation in den Hotels verbessert. In der Gastronomie zeige das Trendbarometer des Umsatzes mit minus 1,1 Prozent immer noch nach unten.

Im Hotelgewerbe waren laut Dehoga vor allem Geschäftshotels und Hotelketten gut ausgelastet. Auch Ferienhotels konnten ihren Umsatz steigern, sofern sie für genügend Entertainment und Exotik sorgten, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Christian Ehlers. Auch in der Gastronomie war das Exotische gefragt: Beim Thailänder oder Chinesen zu essen, sei stark in Mode gekommen. Das Schlusslicht in der Gastronomie bildeten Cafes und Bistros. In jedem zweiten Unternehmen gingen die Erträge - verglichen mit der Vorjahressaison - um bis zu 60 Prozent zurück. Vor allem Diskotheken und Tanzcafes litten immer noch stark unter den Sperrzeiten, sagte Ehlers. Dabei wollten auch die Deutschen lieber wie die Südländer später einkaufen und danach den Abend in Restaurants oder Cafes genießen, sagte Ehlers.

Der Dehoga-Vertreter sprach sich daher erneut für eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten aus. Wenn es damit auch in anderen Berufen unregelmäßige und späte Arbeitszeiten gebe, seien vielleicht auch mehr Arbeitskräfte bereit, in die Gastronomie zu gehen. Einer Blitz-Umfrage der Dehoga zufolge werden 80 000 Köche, Hotel- und Restaurantfachleute und Hilfskräfte gesucht. Auch die Abschaffung der 630-Mark-Jobs mache der Branche schwer zu schaffen. Es sei kaum möglich, Bewerber, die noch einen zweiten Beruf ausübten, einzustellen, sagte Verbands-Präsident Kaub. Ein Ausweg könne eine "Green-Card" für das Gastgewerbe sein. Die Dehoga spricht sich dafür aus, dass Saisonarbeiter aus nicht EU-Ländern künftig sechs statt drei Monate in der Gastronomie arbeiten dürfen.

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