Wirtschaft : Branchenbörse für Telekommunikation?

DÜSSELDORF (ADN). Nach einer am Mittwoch in Düsseldorf vorgelegten Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers könnte in den nächsten eineinhalb Jahren in Deutschland die weltweit erste Telekommunikationsbörse entstehen. Die Unternehmen könnten an einer solchen Branchenbörse Leitungskapazitäten und Minutenkontingente handeln. Die Studie erwartet von einer Telekommunikations-Börse deutliche Kosteneinsparungen und damit Preissenkungen für die Verbraucher. Als einer der wichtigsten Vorteile wird der Wegfall sogenannter Zusammenschaltungsverträge gesehen, wie sie derzeit 80 Telekommunikationsfirmen mit der Deutschen Telekom abgeschlossen haben, um das Netz des Ex-Monopolisten nutzen zu können. Stattdessen würden dem Verfahren nach künftig Kapazitäten und Minuten wie Aktien über einen zentralen Börsen-Vermittlungsrechner gehandelt. Von diesem Verfahren würden der Studie zufolge vor allem kleinere Telekommunikationsfirmen ohne eigenes Netz und Vermittlungstechnik (sogenannte Reseller) profitieren: Sie hätten über die Börse als neutralem Handelsplatz für Angebot und Nachfrage leichteren Zugang zu Netzanbietern, könnten Kapazitäten günstiger einkaufen und seien nicht mehr ausschließlich an einen Partner gebunden. Zudem vereinfache eine Börse für alle Wettbewerber Lieferung und Zahlung.Deutschland als einer der am schnellsten wachsenden Telekommunikationsmärkte ist der Studie zufolge ideal geeignet für die Einrichtung einer Telekommunikations-Börse. Als Ort der Spezialbörse befürwortet PricewaterhouseCoopers Düsseldorf, weil in Nordrhein-Westfalen ein Großteil der Branche seinen Standort habe.

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