Wirtschaft : Brandenburgische Sparkasse dringt auf Kauf der Landesbank

Stefan Kaiser

Berlin - Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) hat vor einem Scheitern des gemeinsamen Sparkassenangebots für die Landesbank Berlin gewarnt. Sollte die Sparkassenorganisation zulassen, dass kein gemeinsames Gebot zustande komme, „dann wäre ihr nicht mehr zu helfen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der MBS, Walter Schubert, in Berlin. „Der Sparkassenverbund wäre aufs Schwerste beschädigt“, sagte Schubert. Der Chef der größten brandenburgischen Sparkasse zeigte sich aber optimistisch, dass der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) ein Angebot für die zum Verkauf stehende Landesbank Berlin (LLB) einreichen wird.

Seit Mitte Januar läuft das Verkaufsverfahren für die LBB, zu der auch die Berliner Sparkasse gehört. In der ersten Runde des Verfahrens haben 19 Parteien Interessenbekundungen abgegeben – darunter der DSGV und vier Landesbanken. „Mir wäre lieber, wenn der DSGV obsiegen würde“, sagte Schubert. Ein Einstieg einer Landesbank in Berlin könne „zum Schreckensszenario für die Umlandsparkassen werden“. Schon heute machen Tochterinstitute einzelner Landesbanken der MBS Konkurrenz. Noch schlimmer wäre für Schubert allerdings die Übernahme der LBB durch einen privaten Investor. „Das wäre ein Dammbruch“, warnte Schubert. Dadurch würden auch in anderen Kommunen Begehrlichkeiten geweckt, Sparkassen zu verkaufen.

Für das Geschäftsjahr 2006 präsentierte Schubert durchwachsene Zahlen. Zwar ist das Geschäft der MBS in allen Bereichen erneut deutlich gewachsen, der Gewinn vor Steuern sank aber um rund 13 Prozent auf 102 Millionen Euro. Als Gründe für das schwache Ergebnis nannte Schubert den scharfen „Preis- und Verdrängungswettbewerb“, vor allem in Potsdam und um Berlin herum, sowie die ungünstige Zinsentwicklung, von der die Sparkassen besonders betroffen seien. Auch 2007 rechnet Schubert mit einem sinkenden Gewinn.

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