Wirtschaft : Branoner will neue Förderpolitik für Berlin

BERLIN (olm).Mit rund 500 000 DM hat Berlin in den letzten neun Jahren Infrastrukturmaßnahmen begleitet, um den Standort zu sichern und neuen Unternehmen den Start zu erleichtern.Rund 80 Prozent der Mittel flossen in den Ostteil der Stadt.Ziel war es, die zum Teil zerstörten Strukturen durch einen flächendeckenden Ansatz der öffentlichen Investitionsvorhaben in den ersten Jahren nach der Vereinigung wieder aufzubauen.Damit soll nun Schluß sein.Die Förderung auf Vorrat, so Berlins Wirtschaftssenator am Mittwoch während eines Rundgangs im Gewerbepark am Borsigturm, gehört der Vergangenheit an."Wir investieren nicht mehr in Beton, sondern nur noch in schlüssige Konzeptionen", sagte Wolfgang Branoner.

Ein Beispiel für derartige Projekte ist das Gelände am Borsigturm in Tegel, das von der Herlitz Falkenhöh AG je nach Baufortschritt der einzelnen Vorhaben gemanagt, strukturiert, vermarktet oder verkauft wird.Rund eine Mrd.DM werden bis zur vollständigen Erschließung der ehemaligen Industriefläche als Vorleistungen und Investitionsmittel eingebracht worden sein, sagte Falkenhöh-Vorstandschef Manfred Birk.

Nach einem Wohnkomplex und dem Existenzgründerzentrum "Phönix" steht nun auch der erste Bauabschnitt eines expandierenden Gewerbeparks interessierten Firmen zur Verfügung.Etwa 40 Prozent der Fläche sind bereits vermietet, für weitere 40 Prozent bestehten feste Reservierungsverträge.In der Summe sind das bisher elf Unternehmen, die sich auf dem Gelände ansiedeln.Den positiven Start des Gewerbeparks erklärt Birk mit dem multifunktionalen Charakter des Standortes, der in seiner Mischung aus Dienstleistung, Produktion, Handel und Freizeit hohe Synergieeffekte verspricht.Die auf das gesamte Projekt übergreifende Konzeption sieht dabei vor, zusammenhängende Flächen nur an Firmen zu vermieten, die der gleichen Branche angehören.So bekommen für die Ansiedlung im neuen Gewerbepark vor allem Unternehmen den Zuschlag, die dem Thema Kommunikation verpflichtet sind.

Die Firma "Opix" zum Beispiel bietet eine Software an, die große Datenmengen sichtet, bündelt und vernetzt.In unmittelbarer Nachbarschaft hat die Gesellschaft "Gora, Hecken & Partner" ihren Sitz.Das Tochterunternehmen einer Frankfurter Firma zeichnet verantwortlich für die elektronische Vernetzung der Regierungszentren Bonn und Berlin.Dietmar Schröder, Inhaber der Neugründung "Faktor X", vertreibt als Vertragspartner von Xerox die Kopiergeräte des amerikanischen Großanbieters.Allen gemeinsam ist eine Branchenausrichtung, die sich auf moderne Kommunikationstechnologien spezialisiert.

Dahinter steht die Überlegung, für die Branchenfamilie Synergien freizusetzen und ein freundliches Wirtschaftsklima zu erreichen."Die Fläche muß aus sich heraus Umsatz schaffen", sagt René Bentzen, Geschäftsführer des Gewerbeparks, zu der Konzeption.Dabei will sich das Gewerbepark-Management aktiv in die Geschäftsentwicklung der einzelnen Gesellschaften "einmischen", um Kontakte zu fördern, Auftragslinien zu erkennen und den Firmenverbund auf dem Gelände zu stärken.Nach dem guten Start und einer anhaltenden Nachfrage sollen bereits im nächsten Jahr weitere Bauabschnitte für neue Büro- und Gewerbeflächen realisiert werden.

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