Brasilien : Schutzgebiet in Amazonasregion bleibt bestehen

Die Ausbeutung von Bodenschätzen in dem Gebiet, das ungefähr der Größe Dänemarks entspricht, bleibt damit bis auf weiteres verboten.

Dichter Regenwald in Brasilien. Foto: Foto: Ralf Hirschberger/ dpa
Dichter Regenwald in Brasilien.Foto: Foto: Ralf Hirschberger/ dpa

Brasiliens Regierung wird das umstrittene Dekret zur Auflösung eines großen Schutzgebiets im Amazonas-Urwald zurückziehen. Die Entscheidung von Präsident Michel Temer werde am Dienstag veröffentlicht, teilte das Energieministerium am Montagabend (Ortszeit) mit. Die Freigabe des rund 46.000 Quadratkilometer großen Renca-Gebiets zur wirtschaftlichen Nutzung war im Land und international auf heftige Kritik gestoßen. Temer hatte den Schutzstatus des rohstoffreichen Gebiets unmittelbar nördlich des Amazonasflusses Ende August per Dekret beendet.

Greenpeace bezeichnete den Rückzieher der Regierung als „Sieg der Gesellschaft gegen diejenigen, die den Wald zerstören und verkaufen wollen“. Es sei allerdings nur ein Etappensieg, warnte die Umweltorganisation: „Der Krieg gegen die Amazonasregion und ihre Bewohner, den die Regierung Temer und die Agrarier-Fraktion im Parlament vorantreiben, geht weiter“, erklärte Marcio Astrini, Sprecher von Greenpeace Brasilien.

Die Ausbeutung von Bodenschätzen in dem Gebiet, das ungefähr der Größe Dänemarks entspricht, bleibt damit bis auf weiteres verboten, wie die Zeitung „O Globo“ berichtete. Das Energieministerium machte jedoch deutlich, dass die Debatte über Renca „zu einem späteren Zeitpunkt“ wieder aufgenommen werde. Der vehemente Protest von Prominenten in Brasilien und scharfe Kritik aus dem Ausland haben offenbar zum Einlenken der Regierung geführt. Bereits Anfang September hatte Temer daraufhin einige Aspekte des Dekrets widerrufen.

Das Gebiet in den Bundesstaaten Amapá und Pará im Norden Brasiliens war 1984 von der damaligen Militärregierung unter Schutz gestellt worden, um den Abbau von Rohstoffen durch ausländische Konzerne zu blockieren. In der Folgezeit wurden Teile der Renca-Region zu Naturreservaten und indigenen Schutzgebieten erklärt. Umweltschützer kritisieren, dass eine Änderung des Schutzstatus den Lebensunterhalt von Ureinwohnern und das ökologische Gleichgewicht beeinträchtigen würde. (epd)

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