Wirtschaft : Brasilien will Währung weiter schwanken lassen

WASHINGTON/RIO (AFP/AP/rtr).Brasilien hat in Gesprächen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) seine Bereitschaft bekundet, die Landeswährung Real auch weiterhin gegenüber dem Dollar frei schwanken zu lassen.Präsident Fernando Henrique Cardoso sagte nach Angaben eines Mitglieds der brasilianischen Regierungsdelegation am Wochenende in Washington, die Entscheidung vom Freitag sei "sehr richtig" gewesen.Cardoso plane derzeit keine Änderung in der Wechselkurspolitik.Die brasilianische Notenbank hatte nach den schweren Finanzturbulenzen den Real am Freitag zunächst floaten lassen.Ursprünglich wollte sie jedoch an diesem Montag wieder in den Devisenmarkt eingreifen.

Nach der Abkoppelung des Real vom Dollar hatten sich die Börsen in New York und Sao Paulo noch am Freitag deutlich erholt.Der Bovespa-Index in Sao Paulo schloß mit einem Plus von 33,4 Prozent gegenüber dem Vortag.An der New Yorker Wall Street schnellte der Dow-Jones-Indes um 219,62 Punkte auf einen Schlußstand von 9340,55.Die Reaktion der Finanzmärkte habe gezeigt, daß Brasilien in der Lage sein könnte, die Wechselkurse dauerhaft freizugeben, sagte der neue brasilianische Notenbankchef Fransisco Lópes dazu am Sonnabend.

Die brasilianische Delegation sicherte den IWF-Verantwortlichen in Washington zudem zu, trotz der veränderten Geldpolitik auch weiterhin einen strikten Sparkurs einzuhalten.Der zwischen dem IWF und Brasilien ausgehandelte Sparplan sieht Einschnitte von ingesamt 23 Mrd.Dollar, rund 38 Mrd.DM, vor, um das Haushaltsdefizit zu verringern.Im Gegenzug stellt der IWF dem Land ein 41,5 Mrd.Dollar starkes Hilfspaket zur Verfügung.

Die Brasilien-Krise war auch Thema der Gespräche der Vize-Finanzminister der G7-Staaten am Sonnabend in Frankfurt (Main).Finanzstaatssekretär Heiner Flassbeck wollte sich allerdings auf Anfrage nicht über mögliche G7-Maßnahmen in Verbindung mit der Brasilien-Krise äußern.

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