Wirtschaft : Brau-und-Brunnen-AG: Vorstand geht

Der Vorstandsvorsitzende des Dortmunder Getränkekonzerns Brau und Brunnen, Rainer Verstynen, hat am Mittwoch inmitten der andauernden Krise im Unternehmen das Handtuch geworfen. Der Grund für die Entscheidung sind Differenzen zwischen Verstynen und dem Aufsichtsrat über die künftige Unternehmensführung. Das teilte Brau und Brunnen mit. Eine Stellungnahme zur Nachfolge Verstynens lehnte der Konzern ab.

Der Aufsichtsrat wollte am Mittwoch über weitere Sanierungskonzepte für das kriselnde Unternehmen beraten. Brau und Brunnen schreibt seit 1997 rote Zahlen. 1999 erwirtschaftete das Unternehmen einen Verlust von rund 86,8 Millionen Mark. Auch im laufenden Geschäftsjahr fuhren die Dortmunder mit bislang 37,8 Millionen Mark ein negatives Ergebnis ein. Der Umsatz betrug 1999 rund 1,56 Milliarden Mark, der Schuldenstand zuletzt 350 Millionen Mark. Eine geplante Fusion mit der zur Münchener Schörghuber-Gruppe gehörenden Brau-Holding ("Paulaner", "Kulmbacher", "Hacker-Pschorr") schien Mitte des Jahres der Weg aus der Krise zu ebnen. Im September platzte aber der Zusammenschluss, als Brau und Brunnen in der Halbjahresbilanz einen Verlust von 18 Millionen Mark präsentierte.

Nach dem Scheitern der Fusion suchte Brau und Brunnen mit dem Verkauf von Immobilien aus der Verlustzone zu kommen. Größtes Sorgenkind der Dortmunder blieb aber das Geschäftsfeld Bier. Am 2. November diesen Jahres kündigte der Aufsichtsrat als ersten Schritt im Bierbereich nach der gescheiterten Fusion den Abbau von rund 400 Arbeitsplätzen in den kommenden drei Jahren an. Betroffen seien in erster Linie die Brauereien Schultheiss in Berlin und Schlösser in Düsseldorf.

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