Wirtschaft : Brau und Brunnen gewinnt

Keine Standortdebatte / Ausbau bei den Markenbieren LEIPZIG (ms).Die Brau und Brunnen AG, Dortmund, hat nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden Rainer Verstynen im vergangenen Jahr eine Trendwende einleiten und sich damit bereits wieder über die Gewinnschwelle schieben können.Damit gebe es auch "keinen Anlaß mehr zu einer Standortdebatte", sagte Verstynen auf einer Pressekonferenz im Leipziger Brauhaus zu Reudnitz, das unter seinem Amtsvorgänger geschlossen werden sollte. Brau und Brunnen habe im operativen Geschäft im Vorjahr mit einer schwarzen Null abgeschlossen, durch die Verkäufe des Einbecker Brauhauses, der Bavaria-Brauerei und einigen Immobilien jedoch 50 Mill.DM Gewinn erzielt.Gleichzeitig wurde die Verschuldung des Unternehmens von 960 auf 460 Mill.DM mehr als halbiert.Während bei Bier der Ausstoß um gut 8 Prozent auf 9,1 Mill.Hektoliter sank, konnte beim Absatz der A-Marken (Jever, Schultheiss u.a.) sowie bei Mineralwasser zugelegt werden. Nach dem in Leipzig vorgestellten Unternehmensplan für die nächsten drei Jahre soll der Gewinn in diesem Jahr 20 Mill.DM betragen, während 1999 40 Mill.und im Jahr 2000 60 Mill.DM angepeilt werden.Das ehrgeizige Ziel sei nach den ersten beiden "ausgezeichneten Monaten diesen Jahres sehr realistisch", so Verstynen.Die Schulden des Konzerns will Verstynen bis Jahresende auf unter 300 Mill.DM drücken, die Werbemittel werden auf 140 Mill.DM jährlich aufgestockt, davon allein rund 40 Mill.DM für das "Fernsehbier" Jever.Die Zahl der Beschäftigten wird im Vergleich zum Jahresende 1997 von 3800 auf 3300 reduziert werden. Erheblichen Anteil an der positiven Entwicklung haben nach Einschätzung des Vorstandes von Brau und Brunnen die ostdeutschen Braustätten, die in den letzten Jahren bereits mit dreistelligen Millionenbeträgen modernisiert worden sind.So arbeite die Brauerei in Frankfurt (Oder), die als einzige im Konzern Dosenbier ausliefert, bei einer Kapazität von mehr als einer Million Hektoliter an der Kapazitätsgrenze.Auch bei der Marke Sternburg konnte der Absatz innerhalb weniger Jahre von 1,1 Mill.auf 1,5 Mill.Hektoliter ausgebaut werden.Allerdings würden die in diesem Jahr geplanten Investitionen von 5 Mill.DM in Leipzig Reudnitz vorwiegend zur Erhöhung von Effizienz und Qualität eingesetzt.Mittlerweile bringe beispielsweise Reudnitz in die Konzernbilanz einen Gewinn von 4,5 Mill.DM ein, obwohl hier überwiegend Bier im Billigsegment gebraut wird.An eine Änderung der Preispolitik sei bislang nicht gedacht, "obwohl die Qualität dies durchaus rechtfertigen könnten", so der Vorstandschef. Verstynen will konsequent am Ausbau des Konzernverbundes weiterarbeiten und vor allem die Marktanteile der Biere im Mittelpreissegment verbessern.So brauen Berlin und Frankfurt/Oder seit Jahren das Leipziger Sternburg, während Reudnitz bei Bedarf Jever abfüllt.

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