Brauereien-Streit : Nur tschechisches Bier darf "Budweiser" heißen

Die amerikanische Großbrauerei Anheuser-Busch will in Europa ihr Bier mit dem Namen Budweiser verkaufen. Doch das passt einer böhmischen Brauerei gar nicht ins Konzept - sie produziert seit Jahrhunderten Bier, das auch Budweiser heißt. Die Tschechen konnten sich nun vor Gericht durchsetzen.

LuxemburgDie tschechische Brauerei Budejovicky Budvar hat den Streit um die Marke "Budweiser" gewonnen. Das europäische Gericht Erster Instanz lehnte am Mittwoch in Luxemburg die Eintragung der Marke für die US-Brauerei Anheuser-Busch ab. Schon Jahre vor dem Markenantrag der Amerikaner 1996 hätten die Tschechen Budweiser in Deutschland und Österreich verkauft. Damit bestätigte das Gericht eine Entscheidung des europäischen Markenamtes im spanischen Alicante.

Die Marken "Budweiser" und "Bud" sind in Europa seit Jahren umstritten. In dem nun entschiedenen Streit konnte die Brauerei aus dem böhmischen Budejovice (Budweis) durch alte Werbung und Geschäftsunterlagen belegen, dass sie die Marke "Budweiser" zumindest in Deutschland und Österreich bereits seit Jahren für "Biere aller Art" verwendet. Dies stehe einer europaweiten Eintragung der Marke für den US-Wettbewerber Anheuser-Busch entgegen, urteilten die Luxemburger EU-Richter. Als Konsequenz ist die Marke Budweiser in der EU nun nach jeweils nationalem Recht vergeben. Bei Auslandsreisen können Freunde des tschechischen Biers daher auch auf amerikanisches "Budweiser" stoßen.

2007 konnte Anheuser-Busch vor dem EU-Gericht erster Instanz durchsetzen, dass es die Marken "Budweiser" und "Bud" für Bekleidung, Schreib- und Backwaren verwenden darf. Ein Streit um Herkunftsschutz für "Bud"-Bier in Österreich ist noch vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) anhängig. Auch gegen das neue Urteil kann Anheuser-Busch Rechtsmittel zum EuGH einlegen. 2006 wies das Gericht erster Instanz eine Klage der deutschen Bitburger-Brauerei gegen die Verwendung der Marke "Bud" durch Anheuser-Busch ab; eine Verwechslung durch die deutschen Verbraucher sei nicht zu befürchten. Anheuser-Busch produziert nach eigenen Angaben fast die Hälfte des in den USA verkauften Biers; der US-Brauriese gehört inzwischen zum belgischen InBev-Konzern. (mhz/AFP)

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