Wirtschaft : Braunkohle-Sanierung zur Hälfte vollbracht

Wasserbaumaßnahmen künftig immer wichtiger BERLIN (kö)."Wir haben ein sehr erfolgreiches Jahr 1997 hinter uns, besonders was die Braunkohlesanierung betrifft", erklärte Wolfgang Fritz, Geschäftsführer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz in Berlin.Insgesamt habe die LMBV von 1991 bis 1997 acht Mrd.DM für die Sanierung der Braunkohle-Altlasten in den neuen Bundesländern Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt ausgegeben.Nach den voraussichtlichen Gesamtkosten sei rund die Hälfte der Sanierung vollbracht, so Fritz.Mit Beginn des Jahres 1998 trat das Ergänzende Verwaltungsabkommen zur Finanzierung der Braukohlesanierung bis 2002 in Kraft.Durch die Bereitstellung von weiteren sechs Mrd.DM durch Bund und Länder könne die Sanierung in gleichem Tempo wie bisher weitergeführt werden, erklärte Fritz.Damit sei die Finanzierung von 111 Sanierungsprojekten mit 1032 Einzelobjekten gesichert.Der einzige Wermutstropfen: Bislang gab die LMBV jährlich 1,5 Mrd.DM aus, in Zukunft stehen ihr nur noch 1,2 Mrd.DM pro Jahr zur Verfügung."Natürlich schlägt sich diese Kürzung auf unseren Beschäftigtenstand nieder", gestand Fritz ein.1997 beschäftigte die LMBV nach eigenen Angaben 14 036 Beschäftigte, davon 1600 Festangestellte.Die übrigen seien von den Arbeitsämtern geförderte Arbeitnehmer, erklärte Heinz Junge, LMBV-Geschäftsführer Personal und Soziales.Nächstes Jahr rechne man mit rund 12 000 Beschäftigten."Zunehmend erbringen wir Leistungen, die sehr kapitalintensiv sind und mit relativ wenig Arbeitnehmern ausgeübt werden können", erklärte Junge.In den ehemaligen Bergbauregionen zwischen Berlin und Dresden liegt die Arbeitslosenquote in einigen Gemeinden bei weit über 25 Prozent.Für die ökologische Sanierung der vom Braunkohletagebau "geschundenen Regionen" - so Fritz - wurden unter der Leitung der 1994 in Berlin gegründeten LMBV in den Gebieten bei Halle und Leipzig, sowie in der Lausitz, um Cottbus und Hoyerswerda Gruben geflutet, Seen angelegt, Böschungen gesichert und die Voraussetzungen für einen sich selbst regulierenden Grundwasserhaushalt geschaffen.Man habe damit nicht nur Schäden in der Natur beseitigt, sondern die Voraussetzungen für Tourismus und Gewerbeansiedlungen geschaffen "sowie den Strukturumbruch in den Betrieben des nichtprivatisierten Auslaufbergbaus beschäftigungsmäßig abgefedert", so Fritz.Bis Ende 1997 wurden unter anderem über 10 000 Hektar Bergbaufläche saniert und über 53 Mill.Nadel- und Laubbäume gepflanzt.Die LMBV verfügt gegenwärtig über einen Flächenbestand von 95 000 Hektar, bestehend aus stillgelegten Tagebauflächen (43 Prozent), Forstflächen (22 Prozent) und landwirtschaftlichen Nutzflächen (14 Prozent).Der Großteil der Flächen befindet sich in Sachsen und Brandenburg.Der Anteil der Wasserbaumaßnahmen - derzeit zehn Prozent am Geschäftsvolumen - wird ständig steigen und dominieren, erklärte Fritz.Nach dem Jahr 2002 seien noch etwa 1,8 Mrd.DM zur Restfinanzierung ausstehender Sanierungs- und Renaturierungsarbeiten nötig.Bis zum Jahr 2000 wird der auslaufende Bergbau im LMBV-Bestand seine Tätigkeit einstellen.Sein Umsatz betrug 1997 noch 200 Mill.DM.

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