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Brexit : Anlagestratege befürchtet Abwärtsspirale

Ulrich Stephan, Chefstratege der Deutschen Bank befürchtet eine Abwärtsspirale, wenn die Ratingagenturen England und Südeuropa aufs Korn nehmen.

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Der Anlagestratege Ulrich Stephan managed einen Fonds mit rund zwei Milliarden Euro.
Der Anlagestratege Ulrich Stephan managed einen Fonds mit rund zwei Milliarden Euro.Foto: Thilo Rückeis

Der Brexit könnte die Euro-Krise wieder verschärfen, fürchtet Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank. „Ratingagenturen könnten nun durchaus wieder anfangen, Staaten abzuwerten“, sagte er in einem Interview dem Tagesspiegel (Montagsausgabe). Von den Herabstufungen dürfte neben Großbritannien vor allem Südeuropa betroffen sein. „Das kann dann schnell eine Abwärtsspirale auslösen. Denn im nächsten Schritt könnten auch die Banken in diesen Ländern unter Druck geraten.“ Notenbanken müssten dann wieder stärker eingreifen. So könnte die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Anleihekaufprogramm weiter verlängern.

Helikoptergeld ist möglich

 „Eigentlich bräuchten wir dringend Strukturreformen in Europa – doch das passiert nicht. Draghi könnte daher am Ende gezwungen sein, noch einmal nachlegen zu müssen“ sagte Stephan. Auch Helikoptergeld könnte zum Einsatz kommen. „Es hat in den letzten Jahren zu viele Sachen gegeben, die ich mir nicht hätte vorstellen können“, sagte Stephan dem Tagesspiegel. „Von daher will ich auch das Helikoptergeld nicht ausschließen.“

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