Wirtschaft : British Airways und KLM: Fluggesellschaften lehnen Fusionsgerüchte ab

Die britische Fluggesellschaft British Airways (BA) und die niederländische KLM haben am Montag Stellungnahmen zu einem Zeitungsbericht abgelehnt, wonach sie über eine Fusion verhandeln sollen. Zu Spekulationen nehme man traditionell keine Stellung, erklärten beide Unternehmen. Das "Wall Street Journal Europe" hatte zuvor berichtet, die Verhandlungen der beiden Fluggesellschaften befänden sich noch in einem sehr frühen Stadium. Die Zeitung berichtete von "Gesprächen über Gespräche" und berief sich dabei auf den Verhandlungen nahe stehende Kreise. Bereits am Sonntag hatte die britische Zeitung "Sunday Business" unter Berufung auf BA-Vertreter gemeldet, BA wolle die Mehrheit an KLM erwerben.

Weitere Einzelheiten über die angeblichen Fusionsgespräche wurden in den Zeitungsberichten nicht genannt. Eine Sprecherin von KLM sagte in Amsterdam, wie bisher nehme das Unternehmen zu Spekulationen keine Stellung. Sie verwies zugleich auf frühere Aussagen, wonach KLM seine Möglichkeiten prüfe. KLM hatte im April seine Allianz mit der italienischen Gesellschaft Alitalia aufgekündigt. Das Unternehmen hatte anschließend selbst erklärt, dass es einen neuen Partner suchen wolle und sich auch den Zusammenschluss mit einer anderen Gesellschaft vorstellen könne. Ein BA-Sprecher sagte in London, sein Unternehmen kommentiere Spekulationen oder Gerüchte nicht. KLM und BA hatten bereits 1992 über einen Anteilstausch verhandelt, die Gespräche dann aber wieder abgebrochen.

Analysten vermuten, dass die beiden Unternehmen zumindest die Möglichkeit einer Fusion untersuchen. "Ich wäre nicht überrascht. Es wäre nicht unlogisch", sagte Okko de Jager von SNS Securities. Damien Horth von ABN Amro in London äußerte die Einschätzung, dass BA wohl den meisten Nutzen in einer Allianz mit KLM sehe. Fusionen von Fluggesellschaften in den USA hätten den Druck auf die europäischen Gesellschaften verstärkt, und BA müsse seine Position in Europa ausbauen.

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