Wirtschaft : Brot und Brötchen werden teurer Handwerk verweist auf höhere Kosten

Berlin - In Deutschland gibt es immer weniger Bäckereien. Backstationen, Filialketten, industriell gefertigte Brötchen- Rohlinge und Backautomaten bei Discountern machen den Handwerksbetrieben immer stärker Konkurrenz. Ende 2012 waren 13 666 Betriebe in der Handwerksrolle eingetragen. Ein Jahr zuvor hatten dort noch 14 110 Betriebe gestanden. Das berichtete der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks am Mittwoch in Berlin.

Und obwohl der Wettbewerb härter wird, werden Brot und Brötchen trotzdem teurer: „Der Verbraucher muss mit einer leichten Preiserhöhung rechnen, wenn er weiter diese Qualität haben will“, sagte Verbandspräsident Peter Becker. Er begründete seine Erwartung vor allem mit steigenden Energie- und Rohstoffkosten. „Das wird man weitergeben müssen.“ Seit 2005 hätten sich sowohl die Preise für Roggen und Weizen als auch die Energiekosten mehr als verdoppelt. In den kommenden Jahren sei mit einer weiteren Zunahme zu rechnen.

Obwohl seit dem Jahr 2005 fast jeder fünfte Betrieb schließen musste, waren Ende 2012 mit 290 000 Mitarbeitern mehr Menschen in Bäckereien beschäftigt als damals (274 000 Mitarbeiter). „Allerdings stellen die sinkenden Auszubildendenzahlen nach wie vor eine Herausforderung für uns dar“, sagte Becker. Wegen des demografischen Wandels ist die Anzahl der auszubildenden Bäcker und Bäckereifachverkäufer seit 2005 um 14,2 Prozent auf 29 808 (Ende 2011) zurückgegangen. Um mehr Jugendliche für das Traditionshandwerk zu begeistern, wirbt der Verband sowohl offline als auch online um Nachwuchs – unter anderem mit der Facebook-Seite „Back Dir Deine Zukunft“, die im Februar die Zahl von 50 000 Fans überstieg.

Die Mehrheit der Bäckereien in Deutschland (rund 70 Prozent) sind weiterhin kleine Betriebe mit einem Umsatz von weniger als 500 000 Euro. Insgesamt stieg ihr Umsatz in den vergangenen fünf Jahren leicht um zwei Prozent auf 13,14 Milliarden Euro. Die Bäckereien erwirtschaften aber nur noch 11,6 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche. Den größten Teil vom Kuchen – mehr als 60 Prozent – dagegen bekommen die wenigen Großbetriebe ab. Besonders hart werde die Branche von Discountbäckern und Backshops in Supermärkten getroffen, sagte Verbandspräsident Becker. Die Zunahme von Singlehaushalten bedeute zudem, dass weniger ganze Brote gekauft würden. Dafür habe der Außer-Haus-Verzehr zugenommen.

Unter den mehr als 3000 Spezialitäten, die im deutschen – und weltweit ersten – Brotregister verzeichnet sind, belegt das Mischbrot als beliebteste Sorte den ersten Platz. Danach folgen das Toastbrot und mit Körnern und Saaten belegte Brote. Weizenbrötchen sind dagegen klarer Sieger beim Kleingebäck. vis/dpa

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