Wirtschaft : Brückenkopf für Osteuropäer in Berlin

Ost-West-Kooperations-Zentrum eröffnet / Ansiedlung osteuropäischer Gründerfirmen geplant

BERLIN (mot).Deutschlands erstes Gründerzentrum für osteuropäische Unternehmen ist am Montag in Berlin eröffnet worden.Das Ost-West-Kooperations-Zentrums (OWZ) bietet innovativen und technologieorientierten Import- und Exportfirmen aus Mittel- und Osteuropa die Möglichkeit, sich unter Vorzugsbedingungen auf dem Gelände des Wista Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Berlin-Adlershof niederzulassen."Osteuropäische Gründer sollen über Berlin ihre Produkte in Westeuropa verkaufen können und Geld verdienen, damit sei bei uns einkaufen können", beschrieb Wirtschaftssenator Elmar Pieroth die Ziele des Zentrums.Das OWZ, das über eine Nutzfläche von 6600 Quadratmetern, davon 1700 Quadratmeter für Labor und Entwicklung, verfügt, ist bislang zu 40 Prozent ausgelastet.10 Unternehmen mit insgesamt 65 Mitarbeitern hätten sich bereits angesiedelt, erklärte die OWZ-Geschäftsführerin Lydia Dessau, weitere 16 Firmen würden demnächst einziehen. Zu den ersten Mietern zählt die Firma Baltec.Laut Geschäftsführer Stefan Kötitz ist das Im- und Exportunternehmen im Handel mit Heizungstechnik und Maschinenbauteilen zwischen Deutschland und Litauen tätig.Während Schweden und Finnen in Litauen schon gute Geschäfte machten, seien deutsche Unternehmen noch zu wenig vertreten, berichtete Kötitz.Für 15 Kunden in Deutschland importiert Baltec unter anderem Maschinenbauteile, die laut Kötitz um 20 bis 30 Prozent billiger als deutsche Fabrikate seien.In Litauen hat das Unternehmen bereits zwei Maschinenbaufirmen mit 25 Mitarbeitern gegründet, die nun mit westlicher Technologie ausgestattet werden.Mittelfristig sollen vor Ort 50 bis 100 Arbeitsplätze geschaffen werden. Interesse weckt das neue Ost-West-Kooperations-Zentrum bei osteuropäischen und russischen Firmen, die sich im Wissens-, Technologie- und Management-Transfer engagieren.So soll im OWZ künftig etwa eine Datenbank über sibirische Unternehmen informieren.Nach den Worten der Geschäftsführerin Lydia Dessau wird das OWZ einen "gesunden Mix" verschiedener Branchen unter einem Dach vereinen.Die Firmen fänden eine kostengünstige technische Infrastruktur vor, könnten von der Nähe zum benachbarten Innovations-Gründerzentrum IGZ profitieren und würden in den ersten Wochen bei Behördengängen unterstützt.Angeboten werde zudem ein sogenanntes "Willkommens-Paket": Osteuropäische Firmen können ein halbes Jahr lang möblierte OWZ-Büros nutzen, um von Berlin aus den deutschen Markt zu erschließen. Nach Angaben von Wirtschaftsenator Pieroth gehen etwa 14,5 Prozent des Berliner Exports gen Osten, das seien 1,8 Mrd.DM oder rund 18 000 Arbeitsplätze."Das OWZ wird dafür sorgen, daß diese Zahl steigt", so Pieroth.Bauherr des 43,2 Mill.DM teuren Kooperations-Zentrums, das als zweiter Bauabschnitte des 1991 eröffneten IGZ errichtet wurde, ist die Wista-Management GmbH.90 Prozent der Bausumme wurden durch GA-Mittel (rund 20 Mill.DM) und aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (19 Mill.DM) finanziert.

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