Wirtschaft : Brüderle will Stromnetze schnell ausbauen Bürgerbeteiligung gewünscht 3600 Kilometer nötig

Berlin - Schnellere Genehmigungsverfahren und eine bessere Bürgerbeteiligung: Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat am Dienstag den Startschuss für eine nationale Plattform zum Ausbau der Stromnetze gegeben. „Der Strom aus den Windparks in der Nordsee muss auch bei den Verbrauchern in Berlin ankommen“, betonte Brüderle. Den Investitionsbedarf schätzte er auf einen zweistelligen Milliardenbetrag.

Auf der Netzplattform sollen Wirtschafts- und Umweltministerium Vorschläge entwickeln, wie die bis zu 3600 Kilometer notwendigen Höchstspannungsleitungen bis 2020 gebaut werden können, um so die Umstellung auf eine verstärkte Versorgung mit Ökostrom zu schaffen. Dieser wird oft dort produziert, wo es bisher kaum Netze gibt, vor allem in Nord- und Ostsee. Betreiber von Windparks klagen, dass sie schon jetzt wegen fehlender Netze nicht so viel Strom transportieren können wie es möglich wäre.    Vielerorts gibt es aber massive Widerstände gegen Freileitungen. Brüderle sagte, die Bürger sollten von Anfang an in die Netzplanung eingebunden werden. Erdkabel seien eine Alternative. Diese seien aber nicht durchgängig machbar, weil sie bis zum Achtfachen der Freileitungen kosteten. Neben neuen Höchstspannungsleitungen sind zudem Milliarden für neue Verteilnetze notwendig.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie forderte erneut ein Netzausbaubeschleunigungsgesetz. „Im Industrieland Deutschland ist ein einfacherer und schnellerer Netzausbau entscheidend für die Stromversorgung.“ Der Bau neuer Übertragungsleitungen dauere wegen langwieriger Genehmigungsverfahren oft mehr als zehn Jahre. dpa

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