Wirtschaft : Brüssel fordert faire Strompreise Oettinger will Einblick

in Handelspraktiken

Brüssel - Angesichts des stark wachsenden Handels an den Energiebörsen will die EU mit schärferen Bestimmungen Manipulationen vorbeugen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger will die Unternehmen ab 2012 dazu zwingen, der EU-Aufsichtsagentur für den Strom- und Gasmarkt tiefen Einblick in ihre Handelspraktiken zu geben. „Es ist entscheidend, dass wir in der EU mit Regeln garantieren, dass die Bürger faire Preise bekommen“, sagte Oettinger am Mittwoch in Brüssel. Die Aufseher sollen das Recht zu Inspektionen vor Ort bekommen und könnten Dokumente oder Protokolle von Telefonverbindungen anfordern. Bei der in Slowenien ansässigen EU-Agentur Acer soll dazu ein Team von 15 Marktbeobachtern aufgebaut werden. Der europäische Rat muss dem Konzept noch zustimmen.

Im Energiegroßhandel gibt es bisher noch keine Vorschriften gegen Marktmissbrauch, wie sie an den Finanzmärkten üblich sind. Als ein Beispiel für mögliche Manipulationen führt die EU-Kommission das inzwischen abgeschlossene Verfahren gegen den Energiekonzern Eon auf, dem vor zwei Jahren vorgeworfen wurde, gezielt Kapazitäten zurückzuhalten, um den Preis zu treiben.

Der deutsche Energieverband BDEW stellte sich grundsätzlich hinter die Initiative, warnte aber vor zu viel Bürokratie. Deutschland selbst plane derzeit eine Markttransparenzstelle.

Die beiden größten deutschen Energiekonzerne Eon und RWE hatten die Initiative der EU-Kommission bereits gelobt: „Sie ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Verwirklichung des europäischen Binnenmarktes für Energie mit gleichen Spielregeln für alle Handelsteilnehmer in allen Mitgliedsländern der EU“, hatte RWE erklärt. Der Konzern habe sich früh für gleiche Spielregeln auf allen Handelsplätzen in der EU eingesetzt. Eon sprach von einer Professionalisierung des Handels, die man begrüße. rtr

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