Wirtschaft : Brüssel hilft Lateinamerika

200 Millionen Euro für die Mercosur-Länder

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Brüssel/Berlin (mo). Die EU will den von der Finanzkrise betroffenen lateirikanischen Ländern helfen. Wie die EU-Kommission Ende der Woche mitteilte, sollen Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay 200 Millionen Euro erhalten. Die umfassendste Unterstützung werde mit knapp 66 Millionen auf Argentinien entfallen. Wie der zuständige EU-Kommissar, Chris Patten, erläuterte, wolle man die Regierung in Argentinien unter anderem im Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit unterstützen.

Dagegen hält sich der IWF wie auch das US-Schatzamt bislang mit konkreten Hilfszusagen zurück. Mehr als unverbindliche Sympathieerklärungen werden auch von US-Finanzminister Paul O’Neill nicht erwartet, der nächste Woche die Krisenländer besucht.

In Argentinien hat sich die Lage seit der Freigabe der Währung gegenüber dem Dollar deutlich verschlechtert. Gegenüber dem Dollar verlor der Peso über 70 Prozent, wodurch die Preise um fast 30 Prozent in die Höhe schossen. Noch drastischer zeigt sich die Inflation mit 87 Prozent bei den Produzentenpreisen. Die Importe sind, bedingt durch die Abwertung , um 63 Prozent abgesackt. Die Arbeitslosenquote liegt bei über 20 Prozent. Die Deutsche Bank erwartet, dass die Wirtschaftsleistung dieses Jahr um 15 Prozent schrumpft. Aktuell benötigt das Land 18 Milliarden Dollar und hofft auf die Freigabe von Geldern aus einem 22-Dollar-Kreditpaket des IWF. Doch der koppelt neue Zugeständnisse an schlüssige Reformkonzepte der Regierung, die bislang fehlen. Mit Brasilien verhandelt der Fonds zurzeit über eine Verlängerung eines 15-Milliarden-Dollar-Kredit, während Uruguay noch auf 1,6 Milliarden Dollar aus zwei IWF-Kreditprogrammen zurückgreifen kann.

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