Wirtschaft : Brüssel kommt Kanzler entgegen

Nach der Kritik von Bundeskanzler Gerhard Schröder an der Brüsseler Neuregelung des europäischen Autovertriebs hat die EU-Wettbewerbsbehörde begrenzte Kompromissbereitschaft signalisiert. Auf Bedenken der Mitgliedstaaten solle eingegangen werden, "solange die Konsequenzen vertretbar sind", sagte ein hoher Kommissionsbeamter am Mittwoch in Brüssel. Das letzte Wort sei deshalb noch lange nicht gesprochen.

EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti, der nach eigener Aussage bei der Reform vor allem die Autokäufer im Blick hat, wird am Donnerstag kommender Woche zu politischen Gesprächen nach Berlin reisen und dabei wohl auch die Zukunft des Autovertriebs ansprechen. Der Beamte deutete an, die Kommission könnte Vorschläge für Übergangsfristen berücksichtigen. So gibt aus dem Europaparlament die Idee, die Niederlassungsfreiheit für Autohändler solle erst vom 1. Oktober 2005 an gelten und damit drei Jahre später als bisher von der EU-Wettbewerbsbehörde geplant. Damit hätten die Händler mehr Zeit, sich auf Neuerungen einzustellen. Es gilt in Brüssel aber als wahrscheinlich, dass Montis Behörde eine kürzere Frist einräumen wird.

Um in Brüssel gehört zu werden, hätte der Bundeskanzler seine Kritik nicht so lautstark äußern müssen, hieß es aus der Wettbewerbsbehörde. Schröder befürchtet eine Beschädigung gewachsener Strukturen und Arbeitsplatzverluste. Auch die von Monti angestrebte zunehmende Trennung von Auto-Verkauf und -Wartung hatte er bemängelt.

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