Wirtschaft : Brüssel plant Auflagen für die Autowerbung

MÜNCHEN (AFP).Die EU-Kommission plant nach Informationen des Magazins "Focus" strenge Auflagen für die Auto-Werbung, die künftig ähnlich wie Zigarettenwerbung Hinweise auf mögliche Beeinträchtigungen durch das Produkt enthalten soll.Jede gedruckte Anzeige solle von 2000 an Jahr den Benzinverbrauch des gepriesenen Fahrzeugs genauso prominent wie die Werbeaussage ausweisen und außerdem darauf hinweisen, daß Kohlendioxid "das für die Erderwärmung hauptsächliche Treibhausgas" ist, berichtete das Münchner Blatt am Freitag vorab aus seiner jüngsten Ausgabe.Auf Vorführwagen sollen demnach Aufkleber im A4-Format angebracht werden, die auf die schädlichen Nebenwirkungen des Autofahrens hinweisen.Im vergangenen Sommer hatte der britische EU-Kommissar Neil Kinnock noch Berichte über Auflagen für die Autowerbung rundweg dementiert.

Die Richtlinie soll laut "Focus" im Herbst in zweiter Lesung vom Europaparlament verabschiedet werden.Brüssel wolle damit das Umweltbewußtsein der Autofahrer schärfen und sie zum Verzicht auf "große, luxuriöse Modelle" anhalten.Stattdessen sollten die Verbraucher auf "sparsame Modelle" umsteigen.Die deutsche Werbewirtschaft sehe den Brüsseler Vorstoß als "bürokratischen Humbug", heißt es in dem Bericht weiter.Kinnock hatte im vergangenen Juli noch betont, er könne "allen, der Autoindustrie und den Verbrauchern" versichern, daß es keine EU-Pläne gebe, um die Werbung für Autos zu begrenzen.In deutschen Medien hatte es zuvor geheißen, Mitarbeiter des Kommissars planten eine freiwillige Selbstbeschränkung für alle Autowerber in der EU; falls dies nicht funktioniere, wollten sie eine rechtsverbindliche EU-Richtlinie zur Einschränkung der Werbung durchsetzen.

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