Wirtschaft : Brüssel soll die Energiewende korrigieren

Brüssel - Zehn europäische Stromkonzerne machen Front gegen die staatliche Förderpolitik für Wind- und Sonnenenergie. In Europa müssten falsche Subventionen, hohe Steuern und ein politischer Zickzackkurs ein Ende haben, forderten die Firmenchefs und Vorstandsmitglieder von Vattenfall, RWE und weiteren Konzernen am Freitag in Brüssel. Staatshilfen für Ökoenergie – insbesondere für Sonnenenergie – sollten umgestellt werden. Fossile Energieträger wie Gas dürften nicht ausgebremst werden. Eon-Chef Johannes Teyssen sprach sich für eine stärkere Rolle Brüssels aus, um den Flickenteppich an nationalen Ökoförderungen zu beenden. „Mit uns geht’s den Bach runter“, sagte der Chef des italienischen Versorgers Enel, Fulvio Conti. Ein Problem für die Kraftwerksbetreiber ist, dass sie für Zeiten, in denen nicht ausreichend Wind- oder Sonnenenergie bereitsteht, Kapazitäten vorhalten sollen. Dies ist teuer und rechnet sich für die Konzerne nicht.

Die EU-Kommission will demnächst ein Reformpapier vorstellen. Darin entwirft sie Ideen, wie Konzerne nicht nur für ihren Strom, sondern für die bloße Existenz von Kraftwerken Geld bekommen könnten. Das würde beispielsweise Eon helfen, dessen hochmoderne, aber kaum genutzte Gaskraftwerke sich nicht rentieren. Teyssen nahm das Erneuerbare-Energien-Gesetz aufs Korn. Ein Vierpersonenhaushalt zahle pro Jahr nur gut ein Drittel für den reinen Strom und den Rest für die Ökoförderung.

Ihren Appell richteten die Konzerne an Europa – das stieß auf Kritik. „Warum nennen Sie nicht das Wort national? Warum ist das ein Fehler europäischer Energiepolitik?“, fragte der höchste Energiebeamte der EU-Kommission, Generaldirektor Philip Lowe, der als Gast im Publikum saß. Es sei falsch, die „28 Elefanten im Raum“ nicht zu erwähnen. Damit meinte Lowe die EU-Mitgliedstaaten. dpa

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