Wirtschaft : Brüssel untersucht Telekom-Handy-Tarife

BRÜSSEL (dpa).Die EU-Kommission nimmt wegen möglicherweise zu hoher Mobiltelefon-Gebühren die Deutsche Telekom und sieben andere europäische Telefonunternehmen unter die Lupe.Insgesamt 14 Fälle würden vertieft untersucht, teilte die Kommission am Montag in Brüssel mit.Bereits im Januar hatten die Wettbewerbshüter der EU in allen 15 Mitgliedsländern Untersuchungen über die anhaltend hohen Gebühren eingeleitet.Nach der Auswertung von Fragebögen, die die Kommission an die verschiedenen Unternehmen schickte, werden nun 14 Fälle eingehend geprüft.Bei allen gebe es nach erstem Anschein Hinweise auf überhöhte Preise, hieß es in Brüssel.

Vier Fälle betreffen die Verbindungsgebühren vom Mobiltelefon zum Festnetz.Betroffen sind die Deutsche Telekom, Telecom Italia, die spanische Telefonica und die niederländische KPN Telecom.In acht weiteren Fällen werden die Verbindungstarife vom Festnetz zum Mobiltelefon geprüft.Dabei ist ebenfalls die Deutsche Telekom vertreten, ferner Anbieter aus Belgien, Großbritannien, Irland, Österreich, Spanien, den Niederlanden und Italien.Noch zwei Fälle betreffen allein Mobilfunkunternehmen.In einigen Ländern laufen gleichzeitig Untersuchungen gegen möglicherweise zu hohe Preise bei den nationale Regulierungsbehörden.Brüssel will auch den Ausgang dieser Ermittlungen abwarten.Falls die Brüsseler Wettbewerbshüter ein Fehlverhalten feststellen, werden sie wahrscheinlich wegen "Mißbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung" nach Artikel 86 des EU-Vertrages vorgehen.

Am Montag wurde auch bekannt, daß die nordrhein-westfälische Landesregierung die Ferngespräche ihrer Behörden künftig über die private Telefongesellschaft Otelo laufen läßt.Ein Entscheidung über die Abwicklung der Ortsgespräche sei noch nicht gefallen.Mit Otelo sei das sogenannte Preselection-Verfahren vereinbart worden, bei der der Ferngesprächs-Anbieter vorher fest eingestellt wird.

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