Brunsbüttel und Krümmel : Atom-Störfälle kommen Vattenfall teuer zu stehen

Die jüngsten Pannen und Ausfälle der beiden norddeutschen Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel schmälern den Gewinn des Betreibers Vattenfall. Der Ausfall kostete den schwedischen Staatskonzern alleine seit Jahresbeginn 193 Millionen Euro, wie Vattenfall am Mittwoch in Stockholm mitteilte.

BerlinBerlin - Die jüngsten Pannen und Ausfälle der beiden norddeutschen Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel schmälern den Gewinn des Betreibers Vattenfall. Der Ausfall kostete den schwedischen Staatskonzern alleine seit Jahresbeginn 193 Millionen Euro, wie Vattenfall am Mittwoch in Stockholm mitteilte. Beide Anlagen würden in diesem Jahr auch nicht mehr in Betrieb gehen, hieß es. Konzernchef Lars G. Josefsson nannte als Grund „neue Anforderungen der Behörden“.

Mit Blick auf das AKW-Krümmel, bei dem vor wenigen Wochen der Transformator ausfiel, was zu einer plötzlichen Abschaltung des Reaktors führte, sagte er: „Das ist natürlich kein Grund zur Freude.“ Man werde die Kommunikationswege ändern. „Die Verbesserungen brauchen aber Zeit, das ist auch frustrierend.“ Es fielen weiter Kosten für Wartung und Instandhaltung an.

Beim Berliner Tochterunternehmen Vattenfall Europe, das die Geschäfte für Deutschland und Polen bündelt und etwa die Hälfte des Umsatzes beisteuert, sank der Gewinn in den vergangenen drei Monaten um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 3,8 Milliarden Kronen (364 Millionen Euro). Beim Gesamtkonzern fiel der Betriebsgewinn um 7,8 Prozent auf 5,8 Milliarden Kronen.

Das Ergebnis begründete Konzernchef Lars G. Josefsson auch mit den infolge der Krise gesunkenen Strompreisen bei gleichzeitig sinkender Nachfrage. In den vergangen drei Monaten habe Vattenfall in Deutschland und Mitteleuropa etwa zwölf Prozent weniger Strom verkauft als im Vorjahr. Die Tatsache, dass Vattenfall beim Umsatz um 19,5 Prozent auf 42,1 Milliarden Kronen (4,03 Milliarden Euro) zulegte, begründete Josefsson mit Währungseffekten: Die schwedische Krone habe gegenüber dem Euro weiter an Wert verloren.

In Bezug auf die Absatzkrise sagte Josefsson: „Es kann sein, dass wir hier den Tiefpunkt gesehen haben, aber die Erholung wird sehr langsam sein.“ Daher werde das Unternehmen seine Investitionspläne überprüfen. Erst in dieser Woche war bekannt geworden, dass Vattenfall auch seine Beteiligung an der Berliner Gasag abstoßen will. Das könnte einen höheren dreistelligen Millionenbetrag in die Kassen bringen. kph

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