Wirtschaft : Bruttoinlandsprodukt steigt im ersten Quartal 2000 um knapp 3,5 Prozent

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Die Konjunktur in Deutschland hat deutlich an Fahrt gewonnen. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im ersten Quartal 2000 um knapp 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, schreibt die Deutsche Bundesbank in ihrem Mai-Bericht. Im Schlussquartal 1999 sei dagegen nur ein reales Wachstum von 2,5 Prozent zu verzeichnen gewesen. "Die gesamtwirtschaftliche Erzeugung dürfte sich nach ersten eigenen Schätzungen im Durchschnitt der ersten drei Monate dieses Jahres gegenüber dem Schlussquartal 1999 um drei Viertel Prozent erhöht haben". Der vergleichsweise milde Winter könne allerdings die konjunkturelle Grundtendenz leicht überzeichnen.

Besonders positiv bewertet die Bundesbank die bisherigen Tarifabschlüsse. Die Sozialparteien seien damit auf die "früher verfolgte Grundlinie moderater Tarifanhebungen zurückgekehrt". Dies bringe einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Preisklimas sowie zur Verbesserung der Beschäftigung. Vor allem dürften so die Lohnstückkosten der Unternehmen in diesem Jahr "spürbar zurückgehen". Damit werde ein deutliches Gegengewicht zur Verteuerung importierter Rohstoffe und Energieprodukte gesetzt.

Wichtiger Wachstumsmotor in Deutschland ist die Industrie. "Entscheidenden Anteil an der weiteren Ausweitung des Auftragsstroms hatten erneut die Bestellungen aus dem Ausland." Saisonbereinigt wurde im Durchschnitt der ersten drei Monate eine Zunahme um drei Prozent verzeichnet. Das Vorjahresniveau konnte sogar um 18,25 Prozent übertroffen werden. Weit überdurchschnittlich habe sich die Nachfrage nach Investitionsgütern, besonders im Maschinenbau, erhöht.

Darüberhinaus hält die Bundesbank die Euro-Schwäche für übertrieben. Die innere Stärke werde an den Devisenmärkten nicht ausreichend gewürdigt. "Die Devisenmärkte scheinen von einer Eigendynamik getrieben worden zu sein, die den Bezug zu den fundamentalen Faktoren mehr und mehr verloren hat". Alles deute mittlerweile auf eine Überreaktion hin. Nach Ansicht der Bundesbank nehmen die Devisenhändler nicht ausreichend zur Kenntnis, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten für Euroland grundlegend verbessert hätten und auch dringend notwendige Strukturreformen auf den Weg gebracht worden seien.

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