Wirtschaft : Brystol-Myers: US-Konzern vor Pharma-Kauf

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Der US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb rückt näher an eine Übernahme der Arzneimittelsparte des US-Chemiekonzerns Du Pont. Nach Informationen des "Wall Street Journal" haben sich beide Unternehmen auf exklusive Verhandlungen über den Verkauf geeinigt. Der Preis könnte annähernd acht Milliarden Dollar betragen. Ziel sei es, in den nächsten Tagen zu einer Einigung zu gelangen.

Bislang wurden als mögliche Bieter für die Sparte des US-Chemiekonzerns Du Pont noch der Baseler Pharmakonzern Novartis, der Londoner Astra-Zeneca sowie die Leverkusener Bayer AG genannt. Diese europäischen Arzneimittelhersteller suchen nach Kaufgelegenheiten, um ihre Vertriebskraft in den USA, dem lukrativsten Pharmamarkt der Welt, zu stärken. Offenbar waren sie aber nicht bereit, den geforderten, hohen Kaufpreis für die Sparte zu bezahlen.

Unter den weltweit großen Arzneimittelherstellern gibt es derzeit außer Du Pont-Pharma kaum Übernahmekandidaten, dafür aber viele kaufwillige Konzerne. Das Pharmageschäft von Du Pont gilt in der Branche allerdings nicht als Perle. Mit einem Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar im vorigen Jahr ist es klein und steckt dazu noch in den roten Zahlen. Allerdings verfügt Du Pont mit "Sustiva" über ein wachstumsstarkes und aussichtsreiches Medikament gegen Aids. Mit dem Verkauf will sich Du Pont auf das Chemiegeschäft fokussieren und folgt damit dem Branchentrend der Trennung von Chemie- und Pharmasparten.

Bristol-Myers Squibb versucht, mit der Übernahme Schwächen im Angebot und bei Produkten in der Entwicklung auszumerzen. Dem Konzern drohen Einbußen wegen Konkurrenz durch Nachahmerprodukte sowie wegen Verzögerung der Auslieferung seines Blutdruck-Medikamentes Vanlev. BristolMyers verfügt über genügend Finanzmittel, seit der Konzern vor wenigen Wochen seine Haarpflege-Tochtergesellschaft Clairol für 4,95 Milliarden Dollar an Procter & Gamble verkauft hat.

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