Wirtschaft : BSE: Rindfleisch bleibt liegen

Die BSE-Krise hat zu einem schweren Einbruch auf dem Rindfleischmarkt in Deutschland geführt. Wie der Sprecher der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP), Karl-Dieter Wasmund, am Mittwoch in Bonn sagte, sei in der Bundesrepublik ein deutlicher Rückgang der Schlachtungen von Rindern zu verzeichnen. Teils fielen Schlachttage ganz aus.

Die Absatzmöglichkeiten für deutsches Rindfleisch im In- und Ausland würden sich weiter verschlechtern, da in ganz Europa die Rindfleischnachfrage zurzeit schwach sei. Nach Angaben Wasmunds gaben die Preise für Kuhfleisch der Handelsklasse 03 von Ende Oktober bis Ende November von 4,15 Mark je Kilogramm Schlachtgewicht auf 3,30 Mark je Kilogramm nach - das entspricht einem Rückgang um 20 Prozent.

Bei der Hamburger Nordfleisch AG, dem größten deutschen Schlachtunternehmen, wird bei bestimmten Teilstücken sogar ein Preisverfall von 30 bis 40 Prozent registriert. Aufgrund des drastischen Nachfrageeinbruchs wird Nordfleisch in einigen Schlachthöfen die Schlachtung von Rindern über mehrere Tage aussetzen. Personelle Überkapazitäten sollen durch Kurzarbeit aufgefangen werden. Um das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen, hat die Unternehmensgruppe Südfleisch am Mittwoch angekündigt, in sämtlichen Schlachthöfen einen BSE-Schnelltest durchzuführen. Bereits jetzt haben die Münchner mit stichprobenartigen Untersuchungen begonnen. Im Laufe des Januar 2001 soll der Test für alle in Südfleisch-Betrieben geschlachteten Tiere verwendet werden. "Wir werden auch die jüngeren Tiere testen, obwohl die Aussagefähigkeit der Tests hier von der Wissenschaft eingeschränkt wird", sagte Franz Doll, Vorstandsvorsitzender von Südfleisch, in einer Mitteilung an die Presse.

Wie sich die BSE-Krise auf den Markt für Schweinefleisch auswirken wird, bleibt weiter ungewiss. Beim bayerischen Fleischproduzenten Moksel AG rechnet man mit Substitutionseffekten. Mit dem Weihnachtsgeschäft wollte Moksel aus den roten Zahlen kommen. Durch die BSE-Krise ist dieses Ziel nun gefährdet. In den ersten neun Monaten fiel in der Gruppe wegen des schwierigen Marktumfeldes ein Verlust von 3,6 Millionen Mark an.

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