Wirtschaft : „BSH hat sich keinen Millimeter bewegt“

IG-Metall-Chef Höbel fordert eine Garantie für 400 Jobs – als Untergrenze

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Herr Höbel, woran sind die Verhandlungen gescheitert?

BSH wollte nicht so viele Arbeitsplätze erhalten, wie wir verlangt haben. Und der Konzern wollte keine langfristigen Beschäftigungsgarantien geben. Er hat sich unterm Strich keinen Millimeter bewegt.

BSH sagt, der scharfe Wettbewerb lasse keine andere Wahl.

Bei BSH geht es um den letzten Cent, das ist Konzernstrategie. Das Management hat nichts als die Erhöhung der Rendite im Blick. Berlin ist eines der ältesten Werke des Konzerns. Die hier erwirtschafteten Gewinne haben die weltweite Expansion der vergangenen Jahrzehnte erst ermöglicht. Die Arbeitnehmer in Berlin können erwarten, dass das Geld jetzt auch mal hierhin zurückfließt. BSH hat sich zudem auf den reinen Preiswettbewerb konzentriert statt mit innovativen, höherpreisigen Produkten mehr Geld zu verdienen. Bei Miele und anderen Industriebetrieben klappt das doch auch.

Ist jetzt das letzte Wort gesprochen?

Unsere Tür steht offen. Wir könnten bei den Arbeitskosten auch noch mehr als sieben Millionen einsparen. Aber nur, wenn BSH mehr bietet – 400 erhaltene Jobs auf vier Jahre sind aber die feste Untergrenze. Über weniger reden wir nicht.

Bleibt der Rest des Werks, die Forschungsabteilung, erhalten?

Produktion und Forschung sind fast überall in der Branche eine Einheit. Aus gutem Grund. Deshalb glaube ich den Versprechen von BSH nicht, dass sich hier nichts tut – mittelfristig ist eine negative Entwicklung nicht auszuschließen.

Kann die Politik etwas tun?

Wenig, da mache ich mir keine Illusionen. Wir sind aber froh über jede Unterstützung. Der Industriestandort Berlin darf nicht abgewickelt werden.

Olivier Höbel ist Chef der Gewerkschaft

IG Metall in Berlin, Brandenburg und Sachsen und war an den Verhandlungen mit BSH beteiligt. Mit ihm sprach Carsten Brönstrup.

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