Wirtschaft : BSH profitiert vom teuren Strom Deutsche kaufen sparsame Hausgeräte

München - Der größte deutsche Hausgerätehersteller BSH Bosch und Siemens bleibt nach einem Rekordjahr zuversichtlich. Zwar sei die Euro-Krise noch nicht ausgestanden, sagte der scheidende BSH-Chef Kurt-Ludwig Gutberlet am Freitag. „Ich bin aber zuversichtlich, dass die BSH für diesen zukünftigen Wettbewerb sehr gut aufgestellt ist und ihre starke Position sichern kann.“ Im Fokus bleiben dabei strom- und wassersparende Hausgeräte wie Geschirrspüler, Waschmaschinen und Kühlschränke sowie Wachstumsmärkte wie China.

Im vergangenen Jahr verkaufte BSH knapp vier Millionen Geräte der beiden höchsten Effizienzklassen A++ und A+++. Dabei sei das Kaufverhalten regional unterschiedlich: Während in Deutschland sparsame Geräte wegen der hohen Strompreise besonders gefragt seien, spiele Energieeffizienz zum Beispiel in Russland eine eher geringe Rolle. In europäischen Krisenländern seien derzeit eher günstige Hausgeräte mit einfacherer Ausstattung gefragt.

Nach 9,8 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr peilt das Unternehmen 2013 die Marke von zehn Milliarden Euro an. Zum Konzernergebnis wollte Gutberlet keine Prognose abgeben. 2012 kletterte das Ergebnis auch wegen einer niedrigeren Steuerquote und einer hohen Profitabilität des Nordamerika-Geschäfts um ein Viertel auf 466 Millionen Euro. Die Hälfte davon schüttet BSH als Dividende an die Konzernmütter Bosch und Siemens aus.

Gutberlet gibt den Vorsitz der Geschäftsführung nach mehr als 30 Jahren im Konzern Ende Juni, und damit drei Monate früher als geplant, „aus persönlichen Gründen“ an den Chef des Gelddruckkonzerns Giesecke & Devrient, Karsten Ottenberg, ab. Zu BSH gehören neben Bosch und Siemens auch die Marken Neff, Gaggenau und Constructa. Das Unternehmen hatte Ende vergangenen Jahres 46 925 Mitarbeiter. In Berlin hat BSH ein Technologiezentrum, in dem Waschmaschinen und Trockner entwickelt werden. In Nauen produziert das Unternehmen Waschmaschinen.dpa/Tsp

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