Wirtschaft : Buchclubs sollen modernisiert und das Internetgeschäft ausgebaut werden

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Außerdem will der Mutterkonzern drei weitere Töchter an die Börse bringentmh

Nach großen Umsatzsprüngen will Bertelsmann im Buchgeschäft auch beim Gewinn deutlich zulegen. Im Geschäftsjahr 1998/99 (30. Juni) stieg das weltgrößte Buchunternehmen durch den Kauf des US-Konzerns Random-House auch zum führenden englischsprachigen Verlagshaus auf. Durch hohe Investitionen und Restrukturierungsaufwendungen bei den Clubs büßte die Gruppe aber an Ertragskraft ein. Außerdem will der Konzern, wie Vorstandschef Middelhof in Hannover sagte, im Februar nächsten Jahres ein Tochterunternehmen an die Börse bringen. Bis Mitte 2000 sollen es sogar drei sein. Namen nannte er nicht.

Einen neuen Impuls für das Buchgeschäft sollen Buchclubs im Internet bringen. "Wir wollen reine Internetclubs bauen", sagte Markus Wilhelm, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Buch AG in München. Die USA dienen dabei als Testmarkt. Dort seien bereits 31 Zielgruppen-Clubs online, Literatur für spezielle Zielgruppen anzubieten. In den USA sollen binnen zweier Jahre Online-Filialen etwa ein Drittel aller Umsätze beisteuern. Derzeit sind es zehn Prozent. Auch in Deutschland soll so dem Clubgedanken neues Leben eingehaucht werden.

Nur mühsam wurde hier die Trendwende bei der seit Anfang der 90er Jahre schrumpfenden Club-Mitgliederzahl erreicht. Die deutschen Filialen reicherten dazu ihr Sortiment an. Der Preisvorteil für Mitglieder wurde von im Schnitt 19 auf 30 Prozent angehoben. Seit Anfang 1999 wurden mit dem neuen Konzept rund 65 000 neue Mitglieder geworben, nachdem in den letzten Jahren rund eine Million Leser abgesprungen waren. Der Mitgliederstand liegt derzeit in Deutschland bei über 4,5 Millionen und weltweit bei 25 Millionen Kunden. Die Clubgeschäfte werden wieder "dynamisch steigen", glaubt Frank Wössner, Vorstandschef der Bertelsmann Buch AG. Spätestens im Geschäftsjahr 2001/02 (zum 30. Juni) soll die Rendite vor Steuern und Zinsen in der gesamten Buch AG acht bis zehn Prozent erreichen, sagte Wössner. 1998/99 lag diese Quote bei einem erstmals genannten Gewinn von 181 Millionen Mark und 8,3 Milliarden Mark Umsatz noch bei 2,2 Prozent. Um das Gewinnziel zu erreichen, müssten die beiden Sparten des Teilkonzerns, die Buchclubs und das Verlagsgeschäft im Gleichschritt marschieren, forderte Wössner.

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