Wirtschaft : Buchtipp: Der Geschädigte liegt bei

alo

So knochentrocken, wie gemeinhin angenommen, ist die Juristerei gar nicht - zumindest nicht immer. "Man kann heute schon alles mögliche verpflanzen. Vielleicht kann man ja auch schon Gedächtnisse verpflanzen. Aber bei mir ist es wohl bereits zu spät." Der dies sinnierend in seine Akten schrieb, war ein Richter, dem offenbar wiederholt etwas Wichtiges durch die Lappen gegangen war. Und in einem Polizeiprotokoll fand man folgenden Vermerk: "Die Festzunehmende war psychisch auffällig. Sie liebt Polizeibeamte." In einem Hauptverhandlungsprotokoll wird behauptet: "Der Angeklagte arbeitet bei den 7 Zwergen" - gemeint waren allerdings die Siemens-Werke, was beweist, dass man nicht immer alles so schreibt, wie man spricht, besser: hört.

Gesammelt hat die juristischen Stilblüten, Hörfehler und Merkwürdigkeiten aus Schriftsätzen, Eingaben und Protokollen ein Göttinger Oberstaatsanwalt. Der Beck-Verlag machte daraus ein köstliches Büchlein - preiswert und als Partymitbringsel jederzeit geeignet. Vorzugsweise natürlich für Juristenpartys. Man wird überrascht sein, wie schnell die werten Kolleginnen und Kollegen plötzlich Phantasie entwickeln und selbst Anekdoten in die Welt setzen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben