Wirtschaft : Budget: US-Autovermieter verkauft Stationen

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Die finanziell schwer angeschlagene Budget Gruppe zieht gut zwei Jahre nach dem Start ihrer Autovermiet-Aktivitäten in Deutschland die Reißleine. Vor wenigen Tagen musste Geschäftsführer Joachim Walther seinen Stuhl räumen und an Andreas Oppitz, Geschäftsführer von Budget Österreich und Budget Schweiz, übergeben. Wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfuhr, will Budget aus Lisle im US-Bundesstaat Illinois das Europa-Geschäft an einen finanzstarken Investor als Lizenznehmer veräußern. Dem Vernehmen nach soll in diesen Tagen eine Absichtserklärung mit einer - nicht genannten - Leasing-Firma unterzeichnet werden.

Hintergrund der Neuausrichtung sind die anhaltenden Verluste der Budget Group sowohl im Heimatmarkt Nordamerika als auch in Europa. Im ersten Quartal des laufenden Jahres hatte der Konzern einen Vorsteuerverlust von 89,4 Millionen US-Dollar (102 Millionen Euro) verbucht, 62 Prozent mehr als im ersten Quartal 1999. Gut ein Drittel zu diesem Verlust hatten die Europa-Aktivitäten beigetragen, die im vergangenen Jahr jedoch nur etwa fünf Prozent zum Konzernumsatz von 2,46 Milliarden Dollar beisteuerten. Als Konsequenz hatte Konzernchef Sandy Miller den glücklos agierenden Europa-Chef Jean-Claude Ghiotti durch den als knallharten Sanierer bekannten Jack Frazee ersetzt. Gleichzeitig kündigte er an, von über 300 in Eigenregie betriebenen Filialen in Europa nur etwa 30 weiterzuführen. In einem ersten Schritt wurden im Mai Stationen in Frankreich und Großbritannien an lokale Franchisenehmer verkauft.

Mit der Neuorganisation in Europa will Budget bereits dieses Jahr den Vorsteuerverlust auf 35 bis 40 Millionen Dollar begrenzen und 2002 in die Gewinnzone zurückfinden. Doch unverändert belastet den US-Konzern der Lizenzstreit mit der Sixt GmbH & Co. Autovermietung AG, Pullach. Trotz eines vorläufigen Entscheids zu Gunsten von Budget im Frühjahr sind Verfahrensfolgen und Kostenbelastung offen.

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