Wirtschaft : Buecher.de: Schmöker aus dem Netz

kap

Bücherkauf im Internet ist angesagt: Bis 2003 wird sich in Deutschland der Umsatz mit Büchern, die im virtuellen Netz gekauft werden, auf 1,2 Milliarden Mark im Jahr verzehnfachen, schätzt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Der Anteil am Gesamtumsatz stiege damit von einem auf immerhin sieben Prozent. Die Nummer zwei der Internet-Buchhändler in Deutschland ist hinter Amazon.de nach eigenen Angaben die Buecher.de AG aus München mit voraussichtlich über 450 000 virtuell gehandelten Büchern in diesem Jahr und einem Anteil von zehn bis 15 Prozent am gesamten Markt der Net-Bookshops in Deutschland. Seit dem 5. Juli ist das Unternehmen am Neuen Markt notiert (WKN 528 520).

Bisher schreibt das Unternehmen rote Zahlen. Doch spätestens im vierten Quartal 2001 will Buecher.de profitabel arbeiten. Mit der Geschäftsentwicklung in den ersten drei Quartalen 1999 ist der Vorstand zufrieden: Der Umsatz kletterte - bei einem eingeplanten Fehlbetrag von drei Millionen Mark - von 1,4 auf 6,3 Millionen Mark. In den letzten drei Monaten dieses Jahres, die wegen des Weihnachtsgeschäfts besonders wichtig sind, will der Internet-Buchladen rund vier Millionen Mark für Werbemaßnahmen in Zeitungen, Radio und Online-Dienste investieren. Das kommt Analysten entgegen. "Wir haben an das Weihnachtsgeschäft von Buecher.de hohe Erwartungen. Ich hoffe, dass das Unternehmen diese auch erfüllen kann", sagt Martin Sowa, Analyst bei der WestLB Panmure in Düsseldorf. Seine Bank hat als Konsortialbank den Börsengang des Internet-Buchhändlers begleitet. Auf Sicht von sechs Monaten steht das Bücher-Papier bei ihm auf "Kauf". Am Kurs des Papiers lässt sich der Optimismus ablesen: Seit Mitte Dezember dieses Jahres geht es aufwärts.

Die Deutsche Bank Research schätzt die Buecher.de-Aktien als Marktperformer ein. Die weit niedrigere Bewertung im Vergleich zum Marktführer Amazon sei gerechtfertigt, sagt Analyst Markus Krämling. Allerdings zeichne sich bei dem Unternehmen eine "sehr vielversprechende" Entwicklung ab. Buecher.de verfüge über eine "recht breite Kundenbasis". Diese fördere auch das Musik-Geschäft der im Dezember übernommenen Alphamusic. Die Umsatzprognose von rund 37 Millionen Mark für 2000 könnte nach Einschätzung des Analysten auch auf Grund von Akquisitionen übertroffen werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben